13

Andy Warhol - Series and Singles

Sep 19, 2000–Jan 7, 2001

Im Zentrum steht Warhols frappantes Gestaltungsprinzip der Serie, dem die Ausstellung mit über 100 Exponaten nachgeht. Dabei werden seine bedeutendsten Serien (series) mit Einzelwerken (singles) konfrontiert, die aus den Serien herausgelöst wurden. Der Bogen spannt sich von Motiven aus der Comic- und Konsumwelt über seine Disaster-Bilder zu Serien glamouröser Kultfiguren (Marilyn, Liz) und «Ikonen« der Kunst (Mona Lisa).

Townhouse 1960 - 1962

Nach seiner frühen Karriere als Werbedesigner beginnt Warhol ab 1960, Motive aus der Comic-Literatur und Tabloids für seine Bilder zu verwenden. Während die Spuren der Handzeichnung (Schraffuren, Tropfspuren) noch an den sichtbaren Malgestus in Werken des Abstrakten Expressionismus erinnern, verweist die formale Einfachheit der Motive auf deren serielle Reproduktion. Im Townhouse entstehen auch die ersten Photosiebdrucke.

Firehouse 1962 - 1963

In einem ungeheizten Loft, dem Firehouse, arbeitet Warhol neben den Silver-Bildern (u.a. Elvis) an grossformatigen Disaster-Serien. Seine Vorlage - Photomaterial von verschiedensten menschlichen Katastrophen (spektakuläre Autounfälle, Selbstmorde) - druckt er neben- und untereinander auf die Leinwand. Die Bilderfolge erzeugt dabei eine filmähnliche Dynamik, die durch das immergleiche Motiv jedoch auf der Stelle tritt.

Factory 1964 - 1968

Die mit silbernen Folien tapezierte Factory wird zum Kultreffpunkt der Avantgarde. Mit Freunden wird ein Cross-Over zwischen Musik, Film und Kunst erprobt. Stars der Film- und Medienwelt, aber auch banale Motive wie die Flowers oder die Brillo-Boxes werden gleichermassen zu Siebdrucken verarbeitet. 1964 schiesst die Factory Besucherin Dorothy Podber auf vier Werke mit dem Portrait von Marilyn Monroe, die fortan Shot Marilyns heissen.

Studios 1968 - 1987

In Serien wie Mao oder Hammer and Sickle verfolgt Warhol sein Interesse am Bezug von Masse und Medium weiter. Die Siebdrucke charakterisiert nun eine freiere, expressivere Bildsprache. Gleichzeitig erhalten sie durch die enorme Vergrösserung des Bildformats (bis zu elf Metern) eine monumentale Wirkung.

Die in die Ausstellung integrierten frühen Filme Warhols (u.a. Empire, Kiss, Sleep) verweisen darauf, wie sich in Warhols Werk die beiden Medien immer wieder beeinflusst haben.