Audioguide
Erwachsene D, E, F
CHF 8.- / € 8.-
Art Club CHF 7.- / € 7.-
Dauer: 60 Min
Kinder D (bis 12 Jahre)
CHF 3.- / 3.- €
(kostenlos, beim Kauf eines Erwachsenen Audioguides)
Dauer: 40 Min
Beide erhältlich am Infodesk
im Museum
werke
Veranstaltungen und Tipps
Almanach «Der Blaue Reiter«
»Nun! Ich habe einen neuen Plan«, schrieb Wassily Kandinsky am 19. November 1911 an Franz Marc und meinte damit die Produktion eines Jahrbuchs mit Werken und Artikeln von verschiedenen Künstlern. Sofort wandten sich die beiden an Kollegen aller Kunstrichtungen, ersuchten Dichter, Komponisten und Kunsthistoriker um Beiträge und kontaktierten Sammlungen mit ozeanischer, asiatischer und afrikanischer Kunst. 1912 erschien schliesslich im Münchener Piper-Verlag Der Blaue Reiter, ein Almanach, in dem alle Kunstrichtungen, sogar Kinderzeichnungen, gleichwertig nebeneinandergestellt waren. Er wurde zunächst in drei Varianten publiziert: Es gab die »allgemeine Ausgabe«, die »Luxus-Ausgabe«, die zwei von Marc und Kandinsky selbst kolorierte und handsignierte Holzschnitte enthielt, sowie die »Museums-Ausgabe«, von der sie zehn Exemplare produzierten und der je eine Originalarbeit der beteiligten Künstler beigegeben wurde. Zur Titelfindung erklärte Kandinsky: »[…] beide liebten wir Blau, Marc – Pferde, ich – Reiter.« Die christlichen Volksheiligen Georg und Martin wurden von ihm in der Gestalt des Blauen Reiters, der Schlüsselfigur des Titelbildes, vereint. Holzschnitte erkor Kandinsky dabei zu einem favorisierten Mittel der Illustration: »In ihnen findet man die Spuren meiner Entwicklung vom ›Figurativen‹ zum ›Abstrakten‹.«
Dem Plan, den Blauen Reiter jährlich erscheinen zu lassen, bereitete der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein jähes Ende. Während Kandinsky Deutschland als feindlicher Ausländer verlassen musste und erst 1921 zurückkehrte, fiel Marc 1916 bei Verdun.
Über die Formfrage
Sowohl das Votivbild als auch die Initiale in Wassily Kandinskys Beitrag »Über die Formfrage« beziehen sich auf die Passage, in der Kandinsky das Positive, das Schaffende, das Gute beschreibt, für das er die Metapher »der weiße befruchtende Strahl« einsetzt. Mit dem blitzartigen »Z« beruft sich Hans Arp eindeutig auf den weissen Strahl im Votivbild, der von der Madonna zum Verunglückten führt, und stellt so eine ganz eigene Verbindung zwischen Bild- und Textebene her.
Der Blaue Reiter ist der Name des legendären Almanachs, der von Wassily Kandinsky und Franz Marc herausgegeben wurde und 1912 in München erschien. Der Almanach sollte die Notwendigkeit eines Epochenumbruchs der Künste zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentieren.
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Katalog "Kandinsky, Marc und der Blaue Reiter"
Wenige Jahre nur war München zu Beginn des 20. Jahrhunderts der »Hotspot« der künstlerischen Avantgarde in Deutschland. Als wahrer Glücksfall für die Kunst erwies sich die Initiative des russischen Malers Wassily Kandinsky, gemeinsam mit Franz Marc die Redaktion des Almanachs Der Blaue Reiter zu gründen und eine Ausstellung gleichen Titels zu organisieren: ein programmatisches Unterfangen, das noch vor dem Ersten Weltkrieg die Moderne in Deutschland einläutete – und international hohe Wellen schlug. Die Namen der Protagonisten Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, August Macke und anderer klingen seither nach, die von ihnen initiierte Überführung der Malerei in eine vibrierende, transzendentale Farbigkeit und Abstraktion bildet ein wesentliches Kapitel der internationalen Kunstgeschichte. Die prächtig bebilderte Publikation widmet sich einem Thema, das eine damals revolutionäre Neubewertung der Künste in einem offenen Europa zeigt. (Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-4169-9)