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Calder – Miró

2.5.–5.9.2004

Joan Miró und Alexander Calder lernen sich 1928 im Paris der Avantgarde kennen. Daraus entwickelt sich eine enge Freundschaft, die erst 1976 mit dem Tod Calders endet. Anhand ausgesuchter Werkgruppen zeigt die Ausstellung verbindende Themenkreise, angefangen bei Zirkus und Spiel als Formen reinen poetischen Ausdrucks bis hin zu Arbeiten im öffentlichen Raum. Gemeinsame künstlerische Strategien und Arbeitsmethoden werden erfahrbar.

Es ist ein visueller Dialog mit fliessenden Übergängen, der nahezu 60 Gemälde Mirós mit 70 Mobiles und Stabiles von Calder verbindet. Ein Augenmerk liegt auf einem gemeinsamen gesamträumlichen Kunstverständnis, das sie traditionelle Gattungsgrenzen überwinden lässt. Die Zusammenarbeit im Terrace Plaza Hotel in Cincinnati anlässlich Mirós erster Amerikareise 1947, sein monumentales Cincinnati Mural Painting und Calders Mobile Twenty Leaves and an Apple, die erstmals ausgeliehen werden, bilden den Höhepunkt und zeitlichen Abschluss der Ausstellung.

Werke

Hochseil-Spektakel von David Dimitri

Im Rahmen der Sonderausstellung Calder – Miró präsentiert David Dimitri jeweils am Wochenende auf dem Gelände der Fondation Beyeler einen Hochseillauf.

Wissenswertes zu David Dimitri

Nach seiner vierjährigen Ausbildung an der Zirkusschule in Budapest (1977 – 1981) hat der Seiltänzer David Dimitri, 41, zehn Jahre als Akrobat, Tänzer und Schauspieler in den USA gearbeitet, wo er während drei Jahren eine Tanzausbildung an der renommierten «Juilliard-School» in New York absolvierte. Dem Schweizer Publikum ist David Dimitri unter anderem durch seine insgesamt vier Tourneen mit dem Schweizer Nationalcircus Knie bekannt. 1992 übernahm David Dimitri die Hauptrolle als «Roi de Fou» (Narrenkönig) beim kanadischen Cirque du Soleil. In der letzten Zeit hat er sich zusätzlich der Konzeption, Realisation und Regieführung von Veranstaltungen zugewandt. Er wirkt als zirzensischer Berater für den Bayerischen Rundfunk (Stars in der Manege) mit und 1992 als Produktionsleiter beim Circus Knie. 1996 Regie und Casting für das Disneyprojekt «The Hunchback of Notre Dame».

Seit 2000 spielt David Dimitri sein Soloprogramm. 2002 war er Mitbegründer der Kulturplattform «Das Zelt» für die Expo.02 auf der Arteplage Biel-Bienne. 2003 folgte eine Schweizer Tournee zusammen mit dem Duo Flügzüg.

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Katalog «Calder – Miró»

Der bei Philip Wilson Publishers, London, in deutscher und englischer Sprache herausgegebene Katalog enthält Essays von Elisabeth Hutton Turner und Oliver Wick, eine aus der Perspektive der Künstlerfreundschaft verfasste ausführliche Chronologie von Susan Behrends Frank sowie den erstmals publizierten und bebilderten Briefwechsel der beiden Künstler. 312 Seiten mit 135 Farbtafeln und über 150 farbigen und s/w Textabbildungen.

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Biographien

Alexander Calder (1898–1976) und Joan Miró (1893–1983)

Joan Miró begibt sich 1920 erstmals nach Paris. Von diesem Zeitpunkt an verbringt er bis 1931 jeweils die erste Jahreshälfte in Paris und die zweite in Spanien. Alexander Calder übersiedelt 1926 von New York in die französische Metropole. Beide Künstler bewegen sich im Kreis der Surrealisten, wobei Miró der surrealistischen Bewegung um André Breton angehört.

1928 Anlässlich eines Besuchs von Calder in Mirós Pariser Atelier lernen sich die Künstler kennen.

1929 Miró wohnt im März zum ersten Mal einer Vorführung des Cirque Calder bei. Im Herbst heiratet er Pilar Juncosa in Palma de Mallorca.

1930 Im Frühjahr kehrt Calder aus den Vereinigten Staaten nach Paris zurück und trifft Miró, den er zuvor vergeblich in Barcelona gesucht hatte. Miró arbeitet in der zweiten Jahreshälfte an vier Holzkonstruktionen, seinen ersten dreidimensionalen Werken. Calder gibt im Herbst in seinem Atelier mehrere Vorstellungen mit dem Cirque Calder, denen auch Le Corbusier, Fernand Léger, Piet Mondrian und Theo van Doesburg beiwohnen. Nach einem Besuch bei Mondrian malt Calder drei Wochen lang abstrakte geometrische Bilder, auf die erste abstrakte Drahtplastiken folgen.

1931 Zu Jahresbeginn heiratet Calder Louisa James in Concord, Massachusetts. Im Frühjahr findet die erste Einzelausstellung seiner abstrakten Drahtplastiken in der Galerie Percier in Paris statt. Er wird Mitglied der Gruppe Abstraction-Création, zu der auch Jean Arp, Piet Mondrian, Jean Hélion, Robert Delaunay und Antoine Pevsner gehören. Im Herbst beginnt Calder von Kurbeln und Motoren angetriebene Objekte zu schaffen, denen Duchamp die Bezeichnung Mobiles gibt. Ein halbes Jahr später wird Arp Calders nicht motorisierte Konstruktionen Stabiles nennen.

1932 Miró entwirft die Ausstattung für Jeux d’enfants der Ballets Russes de Monte Carlo. Im folgenden Jahr unterstützt er seinen Freund Calder bei Verhandlungen mit den Ballets Russes und rät ihm schliesslich, das schlechte Angebot abzulehnen. Im Mai/Juni zeigt die Julien Levy Gallery in New York Calder: Mobiles, Abstract Sculptures. Eine Besprechung in der Worcester Times stellt zum ersten Mal eine Verbindung zwischen den beiden Künstlern her. Im November folgt die erste Einzelausstellung Mirós mit Arbeiten auf Papier in der Pierre Matisse Gallery in New York. Mit seiner neuen Serie von kleinen Tafelgemälden und Objekten kommt Miró im Dezember nach Paris und wohnt bei Calder. Die beiden Künstler erwägen, gemeinsam ein Objekt zu schaffen.

1933 Calder nimmt zu Beginn des Jahres an der Ausstellung Abstraction-Création in Paris teil. Im März stellt Miró in Barcelona sein erstes grosses Gemälde fertig, das auf der frühesten von insgesamt achtzehn Collagen basiert, die zwischen dem 26. Januar und dem 11. Februar entstanden sind. Er führt bis Juni weitere 17 Peintures d'après collages in der Reihenfolge der Collagen aus. In der von Jean Hélion kuratierten Gruppenschau Arp, Calder, Hélion, Miró, Pevsner, Séligmann sind Calder und Miró erstmals gemeinsam in einer Ausstellung vertreten. Miró arbeitet während des Sommers an einem dreiteiligen Wandfries für das Kinderzimmer seines Pariser Kunsthändlers Pierre Loeb. Das Ehepaar Calder übersiedelt in die Vereinigten Staaten und kauft im August ein Farmhaus in Roxbury, Connecticut. Im Oktober/November zeigt die Galerie Georges Bernheim in Paris die gesamte Serie der Peintures d'après collages von Miró. In der gleichen Zeitspanne beteiligt sich Miró zusammen mit den Surrealisten am Salon des surindépendants.

1934 Calder stellt im April zum ersten Mal in der Pierre Matisse Gallery aus und Miró unterzeichnet den ersten Vertrag mit Pierre Matisse. In Frankreich wird Miró weiterhin durch Pierre Loeb vertreten. Im Sommer entstehen in Roxbury Calders erste Plastiken für den Aussenraum.

1935 Im Februar/März zeigt das Kunstmuseum Luzern die Schau Thèse, antithèse, synthèse, an der auch Calder und Miró vertreten sind. Hans Erni stellt die Kontakte zur Pariser Avantgarde her.

1936 Zwei Jahre nach dem ersten Ankauf einer Arbeit von Calder nimmt das Museum of Modern Art in New York ein erstes Werk von Miró in seine Sammlung auf. Calder und Miró sind in der von Alfred H. Barr Jr. kuratierten grossen Gruppenausstellung Cubism and Abstract Art vertreten, die im März/April im Museum of Modern Art zu sehen ist. Ein halbes Jahr später lädt das Museum die beiden Künstler an die bedeutende Ausstellung Fantastic Art, Dada, Surrealism ein. Aufgrund des Spanischen Bürgerkriegs übersiedelt Miró mit seiner Familie nach Paris und wird bis 1940 in Frankreich bleiben.

1937 Wiederbegegnung der beiden Künstler anlässlich der Weltausstellung in Paris. Calder entwirft für den Spanischen Pavillon den Quecksilberbrunnen, und Miró gestaltet das grosse (heute verschollene Wandgemälde Paysan catalan en révolte. Die Honolulu Academy of Arts veranstaltet im Juni die erste Ausstellung, die ausschliesslich Calders und Mirós Werken gewidmet ist.

1938 Im Februar reisen Alexander und Louisa Calder in die Vereinigten Staaten und kehren bis 1946 nicht mehr nach Europa zurück. Die Künstler bleiben brieflich in Kontakt. Im September vollendet Miró ein Wandbild für das Kinderzimmer von Pierre Matisse.

1940 Miró beginnt im Januar eine – später (1959) Constellations genannte – Serie von 23 Gouachen, an der er anderthalb Jahre arbeitet. Er verlässt Frankreich vor dem Einmarsch deutscher Truppen und lässt sich in Palma de Mallorca nieder.

1941 Im November 1941/Januar 1942 zeigt das Museum of Modern Art Mirós erste grosse vom Kunstkritiker James Johnson Sweeney kuratierte Museumsretrospektive.

1942 Calder beginnt Ende des Jahres an Skulpturen aus geschnitztem Hartholz und Draht zu arbeiten, denen er, ohne von Mirós Constellations zu wissen, ebenfalls den Namen Constellations gibt. Miró kehrt aus Mallorca aufs spanische Festland zurück und reist erst 1948 wieder nach Paris.

1943 Im Mai/Juni zeigt die Pierre Matisse Gallery Calder: Constellations, Calders letzte Ausstellung bei Matisse, da sich die beiden über Fragen der Preisgestaltung entzweit haben. Dagegen wird der Kunsthändler Miró bis zu seinem Tod auf dem amerikanischen Kontinent vertreten. Sweeney richtet im Herbst auch Calders erste grosse Retrospektive im Museum of Modern Art ein.

1945 Miró arbeitet an verschiedenen Serien grossformatiger Bilder. Im Dezember modelliert er seine ersten Skulpturen, kleine Terracottaplastiken, die von April des darauffolgenden Jahres an in Bronze gegossen werden. Unter Verwendung von Metallüberbleibseln anderer Skulpturen schafft Calder Miniaturwerke.

1946 Von September bis November findet Calders erste Einzelausstellung seit 1938 in Paris in der Galerie Louis Carré statt.

1947 Miró reist im Februar zum ersten Mal nach Amerika. Er kann bei dieser Gelegenheit ein grosses Wandgemälde für den Gourmet Room des neuen Terrace Plaza Hotels in Cincinnati, Ohio, ausführen. Calder wird beauftragt, für die Lobby des Hotels das Mobile Twenty Leaves and an Apple zu realisieren.

1948 vor der Installation in Cincinnati im Museum of Modern Art in New York ausgestellt, wird Mirós Wandgemälde eine grosse Wirkung auf die Maler des Abstrakten Expressionismus haben.