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6. Oktober 2019 – 26. Januar 2020

Resonating Spaces ist der Titel der diesjährigen Herbstausstellung der Fondation Beyeler. Die in der Ausstellung präsentierten Künstlerinnen sind Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread. Anstelle einer umfassenden Gruppenschau mit zahlreichen Werken legt die Ausstellung den Fokus auf exemplarische Werke von wenigen, international renommierten, zeitgenössischen Künstlerinnen.

Die Werke dieser Künstlerinnen schaffen in sehr unterschiedlicher Form eine spezifische Qualität von Räumlichkeit – akustisch, als Skulptur oder gezeichnet. Gemeinsam ist ihnen, dass sie zuerst eher als Räume wirken, als dass sie als Einzelobjekte wahrgenommen werden. In ihrem Aussehen und Auftreten erscheinen sie zurückhaltend und unaufdringlich, ihre Wirkung allerdings ist stark und kraftvoll. Diese Werke evozieren Räume zwischen dem Erkennbaren und dem Flüchtigen. Sie schaffen Orte und Ruhepausen, in denen die Fähigkeit des Erinnerns ausgelöst wird und Bilder und Erinnerungen lebendig werden. 

#BeyelerResonatingSpaces

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Leonor Antunes

Die Portugiesin Leonor Antunes wurde 1972 in Lissabon geboren, heute ist ihr Lebensmittelpunkt Berlin. Bekannt ist die Künstlerin für ihre raumgreifenden Installationen, in denen sie auf vielfältige Weise die Formsprachen moderner Kunst erörtert. Dieses Jahr gestaltet sie den portugiesischen Beitrag auf der Biennale Arte di Venezia.

Nach eingehenden Recherchen entstehen Antunes Werke mit Bezug auf das Schaffen von Persönlichkeiten aus Design, Architektur und Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Inspiriert war sie beispielsweise bereits von Franca Helg (1920 – 1989) oder Lina Bo Bardi (1914 – 1992). Antunes interessiert sich dabei, neben den sozialen und historischen Hintergründen, insbesondere für die materiellen Eigenschaften und die Komposition von Skulptur im Zusammenwirken mit Architektur.

Die Arbeiten der Bauhauskünstlerin Anni Albers (1899-1994) sind wiederkehrende Inspirationsquellen für die portugiesische Künstlerin. Albers besuchte die Bauhaus Schule in Dessau. Ihr wurde dort der Zugang zur Architekturklasse aufgrund ihres Geschlechts verwehrt, weshalb sie sich für die Webklasse entschied. Sie entwickelte eine moderne Sprache des Webens und verband diese Technik mit Strömungen aus der Architektur. Antunes greift diese Techniken auf und schuf für die Ausstellung «Resonating Spaces» ein neues Werk als Bodenarbeit aus Linoleum basierend auf einem Werk von Anni Albers und einem ihrer eigenen Werke: Anni#19. Es gehört zu der Sammlung Beyeler.

Silvia Bächli

Silvia Bächli ist 1956 im schweizerischen Baden geboren. Sie lebt mehrheitlich in Basel, wo sie in den 70er Jahren die Schule für Gestaltung besuchte. Seit Beginn ihrer künstlerischen Karriere widmet sie sich dem Medium der Zeichnung. Ihre Werke sind jedoch nicht durch ihr jeweiliges Papierformat begrenzt, denn sie arrangiert ihre Arbeiten zu raumgreifenden Installationen: «Gute Zeichnungen sind grösser als das durch den Blattrand begrenzte Format», sagte die Künstlerin in einem Interview. Sie ist mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet worden, 2014 erhielt sie beispielsweise den Basler Kulturpreis. 2007 stelle sie im Centre Georges-Pompidou in Paris aus und vertrat im Jahr 2009 die Schweiz bei Biennale Arte di Venezia.

Seit etwas mehr als zehn Jahren wendet sich Silvia Bächli grösseren Papierarbeiten zu, die sich verstärkt von Verweisen auf gegenständliche Motive lösen. Die Faszination liegt hier in der Linie. Bächlis Zeichnungen lassen vor allem Pinselbahnen, unterschiedliche Gefüge und Gitterstrukturen erkennen. «Zeichnungen sind Handlungen. Linien erzählen Geschichten. Was lösen diese Linien aus, was tun sie?» [«Drawings are actions. Lines are telling stories. What are doing these lines?»], fragt sich die Künstlerin. Die Stärke jener Linien, mit welchem Druck und Körpereinsatz sie gesetzt werden, die Intensität der Farbe oder die Art und Weise, wie das Papier sie aufnimmt – all das erforscht Silvia Bächli in ihren Werken.

Silvia Bächli hat für die Ausstellung «Resonating Spaces» sogenannte «Ensembles» ihrer Arbeiten der letzten zehn Jahre geschaffen, die in Bezug zu den Ausstellungsräumen in der Fondation Beyeler stehen. Dabei spielen die Leerstellen in und zwischen den Zeichnungen, sowie die Bezüge der Werke untereinander und mit dem Raum eine entscheidende Rolle.

Katalog «Resonating Spaces»

Mit geballter Frauenpower startet die Fondation Beyeler in den Ausstellungsherbst 2019. Und so wie manche Girl-Band aus fünf Position zusammengesetzt Erfolg verspricht, gewinnen auch die Arbeiten der fünf Künstlerinnen in dieser Ausstellung im Zusammenspiel eine ganze besondere zusätzliche Qualität. Mit Leonor Antunes, Silvia Bächli, Toba Khedoori, Susan Philipsz und Rachel Whiteread gelingt ein künstlerischer Rundumblick, der einen eigenen vielseitigen Zauber entfaltet im Zusammenklang der Positionen.

Details: 136 Seiten mit 250 Abbildungen
Ausgabe: Broschiert
Sprache: Deutsch
Grösse: 24.5 x 30.5 cm

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Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt durch: