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3. September 2011 – 8. Januar 2012

Louise Bourgeois (1911–2010) war eine der bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Am 25. Dezember 2011 hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Fondation Beyeler zeigt aus diesem Anlass eine Ausstellung mit einer konzentrierten Auswahl aus ihrem Werk. Als Höhepunkt präsentiert sie im Vorfeld der Ausstellung ihre berühmte und grösste Spinnenskulptur Maman (1999) auf dem Bundesplatz in Bern, dem Bürkliplatz in Zürich sowie in Genf. Danach wird Maman während der Ausstellungsdauer im Berower Park der Fondation Beyeler in Riehen / Basel zu sehen sein.

 

Die Ausstellung in der Fondation Beyeler

Die Fondation Beyeler präsentiert zudem zum 100. Geburtstag von Louise Bourgeois eine Ausstellung, die mit rund zwanzig Exponaten, darunter Skulpturen aus allen Jahrzehnten, eine hochkarätige Auswahl aus ihrem Werk zeigen wird und zentrale Themen ihres Schaffens behandelt: Ihre Auseinandersetzung mit anderen Künstlern, die Verarbeitung ihrer Lebensgeschichte und die Umsetzung von Emotionen in Kunstobjekte, vor allem in ihre legendären Cells. In der Ausstellung ist Passage Dangereux (1997) zu sehen, die grösste Cell, die Louise Bourgeois je geschaffen hat. Neben Werken und Werkserien aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen, etwa das Werk The Insomnia Drawings (1994–1995), enthält die Ausstellung neuere Arbeiten – darunter der späte Zyklus A l’infini (2008) –, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Ihnen werden Werkgruppen von Künstlern aus der Sammlung Beyeler gegenübergestellt, die sie persönlich kannte und zu denen sie eine besondere Beziehung hatte, wie Fernand Léger, Francis Bacon und Alberto Giacometti.

Die Ausstellung wurde noch mit der Künstlerin († 31. Mai 2010) geplant und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Louise Bourgeois-Studio und wird von Ulf Küster kuratiert, Kurator der Fondation Beyeler.

Saalheft

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MAMAN

Die ebenso faszinierende wie bedrohliche monumentale Bronzeplastik einer Spinne mit dem Titel Maman (927,1 x 891,5 x 1023,6 cm) von Louise Bourgeois ist ein Schlüsselwerk zum Verständnis ihrer Kunst: Einerseits ist das Werk eine Hommage an ihre Mutter, die in Paris als Restauratorin von Tapisserien arbeitete, und so, wie die Spinnen, immer wieder Gewebe erneuerte. Andererseits ist die Spinne für Louise Bourgeois ein übergeordnetes Symbol für die unendliche Geschichte des Lebens, dessen Prinzip es ist, sich immer wieder zu erneuern: das ist ebenso tröstlich wie auch bedrohlich, denn es gibt keine Möglichkeit, diesem ewigen Zyklus zu entkommen. Louise Bourgeois‘ Maman ist damit ein grossartiges Denkmal für die Existenz des Wandels.

Nach eindrucksvollen Präsentationen in und vor der Tate Modern, London, (2000/2007) und im «Jardin des Tuileries» in Paris (2007/2008), dem Guggenheim Museum in Bilbao (seit 2001) und dem State Hermitage Museum in St. Petersburg (2001), wird Maman erstmals in der Schweiz zu sehen sein. Bereits der Aufbau der Spinnenskulptur ist eindrücklich, an allen Standorten entwickelte sich die Skulptur jeweils zu einem Publikumsliebling, die viele Menschen anzog.

FABRIC WORKS

The Waiting Hours und weitere fabric works

Eine der letzten Werkgruppen, an denen Louise Bourgeois gearbeitet hat, bestand aus Bildern, die sie aus den Stoffen der Kleider nähte, die von ihr im Lauf ihres Lebens getragen worden waren. Durch die gelebte Vergangenheit der Kleidungsstücke werden die Arbeiten zu sehr persönlichen, textilen Tagebüchern. In den letzten Jahren ihres Lebens beschäftigte sich Louise Bourgeois stark mit Zeit. Die Waiting Hours waren für sie vor allem jene Nachtstunden, in denen sie oft wach lag und intensiv über neue Kunstwerke nachdachte.

 

 

 

Buch von Ulf Küster zur Ausstellung «Louise Bourgeois»

Louise Bourgeois wurde am 25. Dezember 1911 geboren. Aus Anlass ihres 100. Geburtstages erscheint dieses Buch, das zentrale Themen des Schaffens der im letzten Jahr gestorbenen Künstlerin behandelt: die Verarbeitung ihrer Lebensgeschichte, ihre Auseinandersetzung mit anderen Künstlern und die Umsetzung ihrer Emotionen in Kunstobjekte. In neun Kapiteln werden exemplarische Werke behandelt und in den Kontext der Kunstgeschichte gestellt, indem sie mit Werken aus der Sammlung Beyeler konfrontiert werden. So wird deutlich, dass Louise Bourgeois nicht nur den für die Kunst der Moderne wichtigen Gegensatz zwischen Figuration und Abstraktion aufgehoben hat; sie hat auch dazu beigetragen, der modernen Kunst eine eigentümliche Interpretationsebene neben dem rein Sichtbaren zu geben. Das Buch ist eine Einführung in das Leben und Werk einer der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit.

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Biographie

Louise Bourgeois (1911 - 2010)

25. Dezember 1911 Louise wird in Paris geboren. Ihre Eltern Joséphine und Louis Bourgeois betreiben eine Galerie und Restaurierungswerkstatt für historische Tapisserien.

1921–1932 Louise besucht das Lycée Fénelon in Paris. Ihre Schulausbildung wird unterbrochen, damit sie ihre kranke Mutter nach Le Cannet in Südfrankreich begleiten kann. An der Sorbonne legt sie das Baccalaureat in Philosophie ab.

1932 Tod der Mutter.

1932–1938 Künstlerische Ausbildung in verschiedenen Akademien in Paris und bei Fernand Léger und anderen.

1938 Louise gründet in einem Teil der Tapisseriengalerie ihres Vaters eine Galerie, um Bücher, Druckgrafik und Gemälde zu verkaufen. Dort trifft sie Robert Goldwater. Sie heiraten in Paris und übersiedeln nach New York.

1939 Adoption des Waisenkindes Michel.

1940 Geburt des Sohnes Jean-Louis.

1941 Geburt des Sohnes Alain.

1945–1953 Bourgeois hat in New York zwei Gemäldeausstellungen, bevor sie sich ganz der Skulptur zuwendet. Sie arbeitet an einer Serie von Holzfiguren, den Personages.

1951 Tod des Vaters. Louise stürzt in eine tiefe Depression.

Ab 1964 Nach einer Pause von über zehn Jahren, stellt Bourgeois wieder häufiger aus.

1973 Tod von Robert Goldwater.

1982 Die Retrospektive im Museum of Modern Art, New York, macht ihr Werk einem grösseren Publikum bekannt.

2007–2009 Retrospektive, die in London (Tate Modern), Paris (Centre Pompidou), New York (Guggenheim Museum), Los Angeles (The Museum of Contemporary Art) und Washington (Hirshhorn Museum) gezeigt wird.

31. Mai 2010 Louise Bourgeois stirbt im Alter von 98 Jahren in New York.

Das Projekt «Maman» und die Ausstellung «Louise Bourgeois» wurden ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung von:

 

JTI