Judith II, 1909
Gustav Klimt revolutionierte das Bild der Frau, indem er sie einerseits als „femme fatale“, andererseits aber auch in ihrer Rolle als tatkräftige Retterin darstellte: Denn, wie im Buch Judith der apokryphen Schriften erzählt wird, errettete Judith das Volk Israel, indem sie den Gewaltherrscher Holofernes umbrachte, der ihren Reizen erlegen war.
Attersee, 1910
Gustav Klimts legendäre Landschaftsbilder zeigen nicht nur die unterschiedlichen Farbreflexe in der Natur, wie hier auf dem Attersee, sie sind tiefgründig im doppelten Sinn: Dieser See ist nicht nur Wasseroberfläche, er ist auch Spiegel der Seele.
Goldfische, 1901/02
Klimts Aktdarstellungen waren vor allem für die damalige Zeit Skandale. Hier dreht er den Spiess um, indem er eines seiner frivolsten Gemälde seinen Kritikern widmet.
Mutter und Kind, 1910
Im Unterschied zur Frivolität Klimts ist die Erotik Egon Schieles direkter und in ihrer unmittelbaren Körperlichkeit schonungsloser. Hier scheint der Körper der verführerisch blickenden Frau mit dem Körper des Kindes zu verschmelzen.
Häuser und bunte Wäsche, 1914
Egon Schiele war auch ein Meister der Stadtlandschaft. Seine Bilder verwinkelter Häuser gehören mit zu seinen besten Werken. Es ist wunderbar zu sehen, wie er die ganze Farbpalette durch das Bild der auf der Leine hängenden Wäsche darstellt.
Kardinal und Nonne, 1912
Dies ist eines der skandalumwitterten Bilder Egon Schieles. Ein Tabubruch, vielleicht auch heute noch. Dabei ist dieses Bild eine grossartige Darstellung der Einsamkeit zweier Menschen, denen das, was sie tun, eigentlich nicht erlaubt ist.
Selbstbildnis, 1917
Das Zeitalter der frühen Moderne war ein Zeitalter der ständigen Selbstbefragung. Immer wieder malten die Künstler Selbstporträts, die natürlich auch ein Bild ihres Seelenzustandes sein sollten. Kokoschkas Selbstbildnis von 1917 zeigt ihn kurz nach der Überwindung einer durch das Erlebnis des Ersten Weltkriegs ausgelösten tiefen Krise.
Der irrende Ritter (Selbstbildnis), 1915
Kokoschkas grossartiges Gemälde, eine Art Selbstporträt, zeigt auf exemplarische Weise das durch den Ersten Weltkreg entwurzelte Individuum. Wiener Moderne bedeutet nicht nur positive Aufbruchstimmung, sondern auch die Perversion des Fortschritts, die sich in diesem fürchterlichen Krieg Bahn brach.
Josef Hoffmann
Sitzmaschine, 1906
In Josef Hoffmanns Sitzmaschine wird die Durchgestaltung des gesamten Lebens zur absoluten Funktionalität offenbar und zeigt das Bestreben der Wiener Moderne, das alles zu einem Gesamtkunstwerk werden zu lassen.
Koloman Moser
Deckeldose, 1906
Im Sinne des Gesamtkunstwerks
wurden auch die zunächst unscheinbar wirkenden Objekte des täglichen
Lebens gestaltet und von übertriebener Ornamentik befreit.
Funktionalität und Kunstschönheit sollten eine Symbiose eingehen.










