Vincent van Gogh

Vincent van Gogh
Champ de blé aux bleuets, 1890
Champ aux meules de blé, 1890
Champ de blé aux bleuets, 1890
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Zurzeit nicht ausgestellt

Vincent van Gogh
Champ de blé aux bleuets, 1890

Weizenfeld mit Kornblumen
Öl auf Leinwand, 60 x 81cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Mit neuer Hoffnung auf eine Besserung seines Zustandes reiste Vincent van Gogh am 20. Mai 1890 in das westlich von Paris gelegene Auvers-sur-Oise. Nachdem er sich dort zunächst vor allem für Motive um den pittoresken Ort selbst interessiert hatte, der zuvor bereits von anderen Malern (Daubigny, Pissarro, Cézanne) aufgesucht worden war, wandte er sich bald zunehmend den weiten Getreidefeldern auf einem Plateau über dem Ort zu. Es entstanden nun legendäre Bilder, in denen der Maler seine, wie er sagte, „grenzenlose Einsamkeit“ zum Ausdruck brachte. Die Fondation besitzt zwei Bilder dieser allerletzten Phase der Kunst van Goghs. Zuerst entstand das bewegte Champ de blé aux bleuets. Ekstatisch schraffiert, machen die Weizenhalme hier einen Windstoss sichtbar, der das in die Tiefe führende Weizenfeld zum „Überlaufen“ bringt: In der Mitte lösen sich einige gelbe Halmspitzen los, tauchen in das Blau der Hügel und antworten so auf das Blau der Kornblumen im Feld.

Champ aux meules de blé, 1890
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Zurzeit nicht ausgestellt

Vincent van Gogh
Champ aux meules de blé, 1890

Feld mit Getreideschobern
Öl auf Leinwand, 50 x 100 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Starrer und zugleich abstrakter als das Champ de blé aux bleuets wirkt das Champ aux meules de blé, das als eines der allerletzten Bilder des Malers gilt. In unterschiedlich rhythmisierte Felder unterteilt, legen sich die Pinselhiebe hier wie ein Gitter über die Landschaft. Das Bild kulminiert in den beiden grossen Garbenhaufen, die sich wie verlassene Behausungen über der menschenleeren Ebene türmen und dabei den Himmel fast ganz abschnüren. Einziges Lebewesen: eine Krähe, die links einsam in die Weite der Landschaft fliegt.

Vincent van Gogh

1853, Groot-Zundert -1890, Auvers-sur-Oise

Nach verschiedenen Studien in Den Haag und Brüssel konzentrierte sich van Gogh vornehmlich auf das Selbststudium. Über seinen Bruder Theo lernte er bald die wichtigsten Künstler des Impressionismus kennen, darunter Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley, Camille Pissarro, Edgar Degas, Paul Signac und Georges Seurat. Unter ihrem Einfluss hellt sich van Goghs Farbpalette merklich auf, die ab seinem Aufenthalt in Arles seine Gemälde bestimmen. Dort entstehen nahezu zweihundert Gemälde, über hundert Zeichnungen und Aquarelle, bevorzugte Sujets sind Obstgärten, im Sommer Szenen der Kornernte und Portäts. Der Versuch, eine Künstlerkolonie in Arles zu gründen, scheitert an unüberbrückbaren Differenzen mit seinem Künstlerfreund Gaguin, an deren Höhepunkt sich der nervlich zerrüttete van Gogh sein Ohr abschneidet. Kurz darauf weist er sich selbst in die Heilanstalt Saint-Paul-de-Mausole bei Saint-Rémy ein. Am 29. Juli 1890 stirbt van Gogh an den Verletzungen, die er sich selbst mit einer Pistole zufügte. Van Gogh gilt als der wichtigste Anreger der Moderne. Der rege Briefwechsel, den er vor allem mit seinem Bruder führte, gibt nicht nur Aufschluss über seine künstlerischen Reflexionen und seine Vorgehensweise, sondern vor allem Einblick in eine tief verzweifelte Künstlerseele.

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