Stammeskunst Alaska

Stammeskunst Alaska
yup’ik-Maske, um 1900
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Zurzeit nicht ausgestellt

Stammeskunst Alaska
yup’ik-Maske, um 1900

Stamm der Kuskokwim, Alaska
Bemaltes Holz, Lederschnüre, 101cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Die im Feuerschein nächtlicher Zeremonien getragene Maske zeigt einen stilisierten Fischkopf mit Flossen, auf dem ein gebogenes Holz angebracht ist, an dem vier ovale Holzscheiben hängen. Das Fischmaul sitzt auf einem Rohrstück wie auf einer Art Düse. Es handelt sich um eine „Windmacher-Maske“ von Ureinwohnern Alaskas, die mit Hilfe der Maske zwei wesentliche Voraussetzungen für ihr Leben beschwören: den Fisch als Grundnahrungsmittel und den Wind, der das Meer bewegt, in dem die Fische leben.

Die Erkenntnis, dass von westlicher Zivilisation nicht berührte Völker Kunstwerke von eigenständiger Bedeutung und grosser Ausdruckskraft schaffen, war für die Kunst der Moderne von grosser Wichtigkeit. Künstler wie Picasso und Matisse sammelten nicht nur aussereuropäische Kunstwerke, sondern liessen sich auch von deren Formen und ihrer Wirkungsmacht anregen. Bestes Beispiel dafür ist Picassos Femme von 1907 in der Fondation, deren Gesichtsform von afrikanischen Masken inspiriert ist. Es ist daher konsequent, einer Sammlung moderner westlicher Kunst auch aussereuropäische Kunst hinzuzufügen, wie dies Hildy und Ernst Beyeler taten. Auch wenn diese Werke ihrer eigentlichen Funktion als kultisch verehrte Bilder mit überirdischen Fähigkeiten entzogen werden, sind sie im Museum doch in der Überzeugung aufgestellt, dass sie gleichberechtigt neben den Werken der modernen Kunst bestehen. Ist zudem die Präsentation dieser religiös inspirierten Werke zusammen mit den Bildern der grossen Meister der Moderne nicht eine angemessene Form der Aufstellung ausserhalb des Kulturraums, aus dem sie stammen?

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