Sam Francis

Sam Francis
Round the World, 1958/59
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Zurzeit nicht ausgestellt

Sam Francis
Round the World, 1958/59

Um die Welt
Öl auf Leinwand, 276,5 x 321,5 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Auch wenn das Werk von Sam Francis üblicherweise im Kontext des Abstrakten Expressionismus gesehen wird, führen seine Arbeiten zugleich über das darin entwickelte Konzept des Action Painting hinaus, indem der Maler etwa die Pinselführung wieder einer stärkeren Kontrolle unterwirft und seine weitgehend abstrakten Kompositionen, nicht zuletzt über deren Titel, mit der gegenständlichen Welt, vor allem der Landschaft, in Verbindung bringt.
So scheint der Künstler auch in seinem grossformatigen Bild Round the World auf eine der vielen aus der Vogelperspektive wahrgenommenen Topografien Bezug zu nehmen, die er auf seinen beiden Weltreisen in den Jahren 1957 und 1958 überflogen hatte. Die Struktur der Farbfelder scheint den Eindruck einer sich bewegenden, aus grosser Höhe gesehenen Weltlandschaft zu vermitteln. Zugleich aber verweist das abstrakte Bildvokabular auf die schöpferische Grenzenlosigkeit gestischer Malerei.

Sam Francis
Sam Francis

1923, San Mateo/Kalifornien – 1994, Santa Monica/Kalifornien

Die frühen, in Paris entwickelten monochromen Arbeiten von Sam Francis entstanden abseits des Informel. Mit dem Bild „Big Red“ (1953, MoMa) griff Francis die Tradition der Armerikanischen Farbfeldmalerei auf, knüpfte aber auch an die europäische Maler der sogenannten „suggestiven Farbe“ an, die von Monet über Pierre Bonnard zu Gauguin und Henri Matisse führt. Vor allem die Seerosen-Zyklen Monets hinterliessen eine tiefe Wirkung bei Francis, die ihm wichtige Anregungen hinsichtlich der Organisation des Bildraums aus losen zusammenhängenden Farbflecken, die als lockeres Textgewebe den anti - illusionistischen Tiefenraum des Bildes eröffnen, bescherten. Eine Folge der Monet-Rezeption ist ebenso die Einführung der intensiven Buntwerte, vor allem der Farbentrias Blau, Gelb und Rot, die in intensiven Kontrasten zusammengestellt werden, durch den flüssigen Farbauftrag sich aber auch überlappen und in Farbsträhnen herunterlaufen. Bereits 1950 soll er formuliert haben: „Ich mache den späten Monet in Reinform“. (Sam Francis auf die Frage nach seiner Arbeit. Überliefert durch einen Brief von Bernard Schultze an Annelise Hoyer vom August 1967)

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