Piet Mondrian

Piet Mondrian
Eucalyptus, 1912
Composition No. XVI, Compositie 1 (Arbres), 1912/13
Composition No. VI, Compositie 9 (Blue Façade), 1914
Tableau No. I, 1921/1925
Komposition mit Gelb und Blau, 1932
Komposition mit Doppellinie und Blau, 1935
Picture No. III, 1938
Eucalyptus, 1912
Add to favorites 

Zurzeit nicht ausgestellt

Piet Mondrian
Eucalyptus, 1912

Eukalyptus
Öl auf Leinwand, 60 x 51cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Inhaltlich war Mondrian in allen seinen Werkphasen dem Ideal des Ausdrucks einer höheren, geistigen Ordnung verpflichtet. Die von ihm dafür eingesetzten Konzepte änderten sich aber vor allem am Anfang seiner künstlerischen Entwicklung stark. War seine Kunst zunächst esoterisch geprägt, wurde sie von 1911 an immer mehr vom Kubismus beeinflusst. Mondrians eigenwillige Behandlung dieses Themas war ein wichtiger Schritt auf seinem Weg zur völligen Abstraktion. Eucalyptus stellt einen Baum dar und damit ein Motiv, das für den frühen Mondrian sehr typisch ist, aber nicht für den Kubismus dieser Zeit. Dennoch sind die Wahl der Farben und die kompositionelle Konzentration auf die Bildmitte kubistisch geprägt.

Composition No. XVI, Compositie 1 (Arbres), 1912/13
Add to favorites 

Zurzeit nicht ausgestellt

Piet Mondrian
Composition No. XVI, Compositie 1 (Arbres), 1912/13

Komposition Nr. XVI, Komposition 1 (Bäume)
Öl auf Leinwand, 85,5 x 75 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Composition No. XVI (Composition I, Arbres) stammt aus der kubistischen Phase Mondrians. Hier fügt er die Formen seiner Bäume in ein Netz von Linien ein, die das Bild überziehen. Dadurch weicht er allerdings vom kubistischen Bildbau Picassos und Braques ab, bei denen es stets einzelne illusionistisch wirkende Elemente gibt, die stärker im Kontrast zum Grundraster des Bildes standen. Hier zeigt sich ein tiefgreifender konzeptueller Unterschied: Während Mondrian vom realen Objekt zu einer gleichmässig rhythmisierten und abstrahierten Bildfläche zu gelangen suchte, wollten die Kubisten keinesfalls abstrakt sein und hielten am Gegenständlichen fest.

Composition No. VI, Compositie 9 (Blue Façade), 1914
Add to favorites 

Zurzeit nicht ausgestellt

Piet Mondrian
Composition No. VI, Compositie 9 (Blue Façade), 1914

Komposition Nr. VI, Komposition 9 (Blaue Fassade)
Öl auf Leinwand, 95,5 x 68 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Composition No. VI entstand in Paris, nachdem Mondrian die Seitenwände von Häusern gezeichnet hatte, an denen die Strukturen abgerissener Nachbarhäuser abzulesen waren. Aus solchen gesehenen Strukturen wird hier eine gemalte Bildarchitektur. Horizontale und Vertikale sind nun die gemeinsamen Nenner von Binnenformen und Gesamtform des Bildes.

Tableau No. I, 1921/1925
Add to favorites 

Zurzeit nicht ausgestellt

Piet Mondrian
Tableau No. I, 1921/1925

Bild Nr. I
Öl auf Leinwand, 75,5 x 65,5 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Tableau No. I entstand 1921 und wurde 1925 überarbeitet. Wesentliche Elemente von Mondrians ausgereifter abstrakter Bildsprache, darunter die ausschliessliche Zulassung des rechten Winkels und schwarzer Linien und die Vermeidung der Symmetrie, sind nun bereits definiert. Doch lässt der Künstler hier noch Schwarz als Fläche zu, stellt neben die beiden anderen Grundfarben Blau und Gelb statt Rot ein dunkles Orange und verwendet statt des späteren Weiss Schattierungen von Grau. Zentral ist der Aspekt der Balance. Dies zeigt sich auch in der Inszenierung der Räumlichkeit der vom Gegenstand gelösten Farbe: Während wir den Eindruck gewinnen, das Blau stehe hinter dem schwarzen Raster, wirkt die gelbe Fläche oben so, als drücke sie von hinten nach vorne, auf den Betrachter zu.

Komposition mit Gelb und Blau, 1932
Add to favorites 

Zurzeit nicht ausgestellt

Piet Mondrian
Komposition mit Gelb und Blau, 1932

Öl auf Leinwand, 55,5 x 55,5 cm
Erworben mit einem Beitrag von Hartmann P. und Cécile Koechlin-Tanner, Riehen
Foto: Peter Schibli, Basel

Die Fondation Beyeler vereinigt bedeutende Werke Mondrians aus der Zeit von dessen voll entwickelter abstrakter Kunst. Gegenüber Tableau No. I von 1921/1925 fällt in Komposition mit Gelb und Blau vor allem die markante Klärung und Vereinfachung der Flächengliederung ins Auge, wobei nun grosse Teile des Bildes weiss bleiben. Vor einem solchen, auf wenige Formen reduzierten Reife-Werk wird Mondrians Konzept spürbar, in den minuziösen Bezügen der Formen untereinander und zur Gesamtfläche des Bildes über das rein Formale hinaus eine höhere Ordnung erfahrbar zu machen.

Komposition mit Doppellinie und Blau, 1935
Add to favorites 

Zurzeit in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf ausgestellt

Piet Mondrian
Komposition mit Doppellinie und Blau, 1935

Öl auf Leinwand, 72,5 x 70 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Benutzt Mondrian in Komposition mit Gelb und Blau noch zwei Grundfarben, so ist es in Komposition mit Doppellinie und Blau nur noch eine. Durch die Annäherung zweier paralleler schwarzer Balken im unteren Bereich des Bildes wird hier zusätzlich die neue Idee erfahrbar, die weisse Zwischenfläche ebenfalls zu einem dynamischen Streifen umzudeuten. Ein gestufter Rahmen vermittelt zwischen Bild und Wand.

Picture No. III, 1938
Add to favorites 

Zurzeit in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf ausgestellt

Piet Mondrian
Picture No. III, 1938

Bild Nr. III (Rautenkomposition mit acht Linien und Rot)
Öl auf Leinwand, Seitenlänge 100,5 x 100,5 cm, Achsenlänge 141,5 x 141,5 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Das übereck schwebende Bildrechteck strahlt eine makellose Klarheit aus und vermittelt zugleich etwas von einem sublimen, berührenden Geheimnis. Mondrian schuf seit den 1910er Jahren immer wieder „Rautenbilder“, die für ihn anfangs nicht zuletzt deshalb wichtig waren, weil er in ihnen die „leeren Bildecken“ des Kubismus an die Wand delegieren konnte. Im späten Bild der Fondation wird dieser „Leeraum“ nun souverän anhand der Idee erobert, vertikale und horizontale Linien würden sich virtuell „ausserhalb“ des Bildes begegnen. Innerhalb der Ästhetik Mondrians ist es dabei entscheidend, dass nur die Bildkanten schräg stehen, nicht die Linien im Bild. Das Bild wird auf neue Art als auf der Wand befindliches Objekt fassbar, das einen Ausschnitt aus einer letztlich grenzenlosen Harmonie zu veranschaulichen vermag.

Piet Mondrian

1872, Amersfoort – 1944, New York

Nach einem esoterischen Frühwerk wird Mondrian, der von 1912-14 und von 1919-38 in Paris lebt, im Jahr 1911 vom (gegenständlichen) Kubismus auf die Spur der Abstraktion gesetzt, die er 1916 erreicht. 1917 ist er Mitbegründer der Bewegung de Stijl, deren theoretischer Vordenker er wird. Die Zeit nach 1920 gilt als seine „neoplastizistische“« Phase. Ziel ist eine autonome Ordnung der Kunst: Aufgrund der Grundgesetze Asymmetrie, rechter Winkel, Verwendung der Primärfarben plus Weiss und Schwarz wird im Bild eine Balance angestrebt, die diejenige des Kosmos evoziert. 1938 Wegzug nach London, 1940 nach New York. Mondrians Werk ist von enormer Bedeutung für die Moderne, wobei es zumeist – um seine inhaltliche Dimension erleichtert – auf rein formaler Ebene rezipiert wird.

Station