Paul Cézanne

Paul Cézanne
Madame Cézanne au fauteuil jaune, 1888–1890
Pichet de grès, 1893/94
Nature morte avec pastèque entamée, um 1900
Sept baigneurs, um 1900
Sous-bois (Chemin du Mas Jolie au Château noir), 1900–1902
Route avec arbres sur une pente, um 1904
La route tournante en haut du chemin des Lauves, 1904–1906
Madame Cézanne au fauteuil jaune, 1888–1890
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Zurzeit nicht ausgestellt

Paul Cézanne
Madame Cézanne au fauteuil jaune, 1888–1890

Madame Cézanne im gelben Lehnstuhl
Öl auf Leinwand, 80,3 x  64,3 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Das Porträt von Madame Cézanne au fauteuil jaune wirkt ebenso einfach wie monumental: Die Individualität der Porträtierten scheint für Cézanne weniger wichtig gewesen zu sein als der Aufbau der Figur aus stereometrisch wirkenden farbigen Formen, die als solche und in ihrer engeren Beziehung zueinander plastisch wirken. Das gesamte Bild allerdings stellt diese Räumlichkeit in Frage, wie beispielsweise die scheinbar abknickende Wandleiste hinter dem gelben Sessel zeigt. Picasso könnte dieses Bild gekannt haben, jedenfalls hat er das Thema in seinem Bild Femme en vert (Dora) ganz ähnlich behandelt.

Pichet de grès, 1893/94
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Zurzeit im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid ausgestellt

Paul Cézanne
Pichet de grès, 1893/94

Steingutkrug
Öl auf Leinwand, 38 x 46 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Das Bild ist ein schönes Beispiel für ein Lieblingsthema Cézannes, das Stillleben. Die Rundungen von Krug und Äpfeln sowie der Faltenwurf des Tuches sind ausserordentlich plastisch wiedergegeben – man denkt an die klassischen Stillleben Chardins. Je mehr man sich in das Bild hineinsieht, desto undeutlicher wird das Verhältnis zwischen Räumlichkeit und Bildfläche. Dies fällt besonders rechts oben auf: Ist dort ein Bild im Bild zu sehen, auf dem ebenfalls Äpfel gemalt sind und das wiederum ein angeschnittenes Gemälde zeigt? Oder löst sich an dieser Stelle das traditionelle perspektivische Sehen auf?

Nature morte avec pastèque entamée, um 1900
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Zurzeit nicht ausgestellt

Paul Cézanne
Nature morte avec pastèque entamée, um 1900

Stillleben mit angeschnittener Wassermelone
Aquarell und Bleistift auf Papier, 31,5 x 47,5 cm
Foto: Cantz Medienmanagement, Ostfildern

Die unendlichen Möglichkeiten, nur wenige Gegenstände für die Lösung malerischer Probleme zu arrangieren, stellten Cézanne immer wieder vor neue Herausforderungen. Bei Nature morte avec pastèque entamée, einem der schönsten und am besten erhaltenen Aquarelle Cézannes, ist es die Kombination von Bleistiftlinien und „taches“, den wegen der Wasserfarben hier durchsichtigen Farbflecken, mit denen die Dinge definiert werden. Wichtig ist zudem, wie mit dem Eindruck von Räumlichkeit und Plastizität gespielt wird, beispielsweise durch die in das Bild wie Uhrzeiger hineinragenden Löffel und Messer.

Sept baigneurs, um 1900
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Paul Cézanne
Sept baigneurs, um 1900

Sieben Badende
Öl auf Leinwand, 38 x 46 cm
Foto: Christian Baur, Basel

Angeregt durch das Studium der alten Meister und offenbar von dem Wunsch beseelt, eine Art paradiesischen Zustand, ein Goldenes Zeitalter als perfektes Meisterwerk zu schaffen, beschäftigte sich Cézanne seit den 1870er Jahren immer wieder mit dem Thema der „Badenden“. Die Sept baigneurs der Fondation sind besonders schön. Wiederum geht es um das Verhältnis von Pinselzeichnung und Farbflecken, das Figur und Landschaft zusammenfügt. Auffallend sind hier die vielen nebeneinander gesetzten Strichbündel, die vielleicht Schilf darstellen sollen oder als Versuche angesehen werden können, die Konturen der Figuren immer wieder neu festzulegen. Wollte Cézanne damit die Bewegung der Figuren verbildlichen?

Sous-bois (Chemin du Mas Jolie au Château noir), 1900–1902
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Paul Cézanne
Sous-bois (Chemin du Mas Jolie au Château noir), 1900–1902

Unterholz (Weg vom Mas Jolie zum Château noir)
Öl auf Leinwand, 79,8 x 64,6 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Paul Cézanne hat die klassische Moderne entscheidend geprägt und durch seine Malweise die moderne Kunst revolutioniert. Er gab der Art und Weise, wie er ein Bild schuf, einen eigenen Wert gegenüber dem Sujet und rückte damit das Bild an sich ins Zentrum der Kunst. Das war entscheidend für die Entwicklung der abstrakten Kunst, die auf das Sujet im traditionellen Sinn verzichtet.
Der von Cézanne als „réalisation“ bezeichnete Vorgang der Umsetzung von gesehener Dreidimensionalität in die Zweidimensionalität des Bildgrundes ist besonders schön in Sous-Bois (Chemin du Mas Jolie au Château-Noir) zu sehen. Cézanne, der wie immer im Freien vor dem Motiv malte, legte das Gemälde mit wenigen dünnen Pinselstrichen an: Die horizontalen Linien deuten Boden, die vertikalen Linien Bäume an. Alle Sinneseindrücke, vor allem die Farbwerte, die sein Auge erreichten, setzte er in die berühmten „taches“ um, den aus wenigen Strichen bestehenden Farbflecken, aus denen das Bild zusammengefügt ist. Das System der „taches“ ist unabhängig vom Sujet, dennoch trifft das Gemälde die Atmosphäre der Wälder um die Montagne Sainte-Victoire bei Aix-en-Provence grossartig.

Route avec arbres sur une pente, um 1904
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Zurzeit nicht ausgestellt

Paul Cézanne
Route avec arbres sur une pente, um 1904

Strasse mit Bäumen an einer Böschung
Aquarell und Bleistift auf Papier, 47,5 x 31cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Das Aquarell Route avec arbres sur une pente zeigt ein ähnliches Sujet wie das Gemälde Sous-Bois. Hier unterstützen die zuerst gezeichneten Bleistiftstriche die Anordnung der Farbflecken und Farblinien, welche die Baumstämme umschreiben.

La route tournante en haut du chemin des Lauves, 1904–1906
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Zurzeit im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid ausgestellt

Paul Cézanne
La route tournante en haut du chemin des Lauves, 1904–1906

Biegung des Chemin des Lauves
Öl auf Leinwand, 65 x 81cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Das Gemälde La Route tournante en haut du chemin des Lauves zeigt ein Strassenstück oberhalb des Ateliers, das sich Cézanne 1902 eingerichtet hatte. Während die beiden Waldbilder der Fondation luftig wirken, ist dieses Gemälde pastoser gemalt, was die Malstruktur noch deutlicher hervortreten lässt und die Farbe als Material geradezu fühlbar macht.

Paul Cézanne

1839 Aix-en-Provence – 1906 Aix-en-Provence

Französischer Maler. Autodidakt. Seit 1861 lebt er in Paris, kopiert Poussin, Delacroix und Daumier und malt romantisch-barocke Figurenbilder in pastos aufgetragenen dunklen Farben, bis er durch Vermittlung seines Jugendfreundes Zola in den Umkreis der Impressionisten gerät. Seine Palette hellt sich auf, und 1873 führt ihn Pisarro in Auvers-sur-Oise in die Freilichtmalerei ein. 1874 und 1877 beteiligt er sich an Ausstellungen der Impressionisten, seine erste Einzelausstellung findet erst 1895 bei Ambroise Vollard in Paris statt. Seit den 1890er Jahren lebt er vorwiegend in seiner Heimatstadt Aix-en-Provence. Hier findet er vor allem in der Beschäftigung mit der Landschaft um den Mont Sainte-Victoire, aber auch in Stillleben und Portraits zu seinem eigenen Stil, indem er die Naturformen auf einfache geometrische Grundformen reduziert, die Raumtiefe zurücknimmt und den Bildaufbau aus fein aufeinander abgestimmten Farbtupfern komponiert. So befreit er Form und Farbe von ihrer gegenständlichen Bedeutung und wird zum grossen Vorläufer der modernen Malerei.

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