Max Ernst

Max Ernst
Fleurs de neige, 1929
Oiseau-tête, 1934/35
The King Playing with the Queen, 1944
Moonmad, 1944
Humboldt Current, 1951/52
Naissance d’une galaxie, 1969
Swampangel, 1940
Fleurs de neige, 1929
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Max Ernst
Fleurs de neige, 1929
SchneeblumenÖl auf Leinwand, 130 x 130 cmFoto: Robert Bayer, Basel
Die Fleurs de neige entstanden in Paris, als Ernst der wichtigste Künstler des Surrealismus war. Das Bild zeigt in seinem Hintergrund drei geometrische Flächen in Schwarzgrün, Schwarz und Blau, die aber auch als einfache Landschaftssituation mit zwei Hügeln und einem nächtlichen Himmel gelesen werden können. Auf den beiden dunklen „Hügeln“ hat Ernst seine dank ungewöhnlicher künstlerischer Techniken (Grattagen, Frottagen, Arbeit mit dem Malerkamm) erzeugten wundersamen Schneeblumen zum Blühen gebracht, die wie kristalline Erscheinungen in einem inneren Weltall wirken. Zwei andere Motive ergänzen das Bild: unten rechts das kleine Bild einer Vogelfamilie, das Ernst als persönliches Emblem verwendete und mit dem er sich selber als Teil dieser fernen Blumenwelt zu erkennen gibt, und eine kleine blaue Kugel, die als einziges Element oben im blauen Feld schwebt – ein Bild für einen fernen, der Erde nicht unähnlichen Planeten?
Oiseau-tête, 1934/35
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Max Ernst
Oiseau-tête, 1934/35

Vogelkopf
Bronze, eines von 9 Exemplaren, 52,5 x 37,5 x 24,6 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Zu den grossen „Malerplastikern“ in der Fondation Beyeler gehört neben Picasso, Miró, Matisse und Kelly auch Max Ernst, von dem sich drei Plastiken in der Sammlung befinden. Das früheste Werk, die Bronze Oiseau-tête, besteht aus einem flachen Gesicht auf „Beinen“ – einem Kopf-Füssler also –, aus dessen Stirn ein Vogelkopf mit geöffnetem Schnabel herausschaut. Das Werk wirkt wie ein aus dem Reich der Fantasie stammendes skurriles Mischwesen, das auf einmal realiter vor uns auftaucht. Ernst kannte solche Gäste aus dem „Off“ und pflegte namentlich Umgang mit einer „Loplop“ genannten Vogelfigur, die er als sein Privat-Phantom bezeichnete. Mit der Kombination von flacher Grundtafel, flach reliefiertem Gesicht und dreidimensionalem Vogelkopf betont der Künstler in Oiseau-tête den Prozess der zunehmenden Vergegenwärtigung des Wesens durch die Darstellung des Übergangs von der Fläche des Bildes zum Räumlichen der Plastik.

The King Playing with the Queen, 1944
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Max Ernst
The King Playing with the Queen, 1944

Der König spielt mit seiner Königin
Originalgips, 102 x 88 x 55 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Das Werk – es handelt sich um den Originalgips einer in Bronze vervielfältigten Figur – zeigt eine bedrohlich wirkende, gehörnte Gestalt, die durch ihr mythisch- archaisches Aussehen an den Minotaurus erinnert, an einem Schachbrett sitzt und spielt. Nachdem sie mit ihrer Linken soeben eine Figur geschlagen hat, macht sie sich mit der Rechten daran, die Dame aus dem Weg zu räumen. Erst mit der Zeit wird klar, dass die grosse Gestalt selbst zum Schachspiel gehört, das Ernst ganz besonders faszinierte. Sie ist der König, der mit der Königin, gleichzeitig aber auch mit sich selbst spielt.

Moonmad, 1944
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Max Ernst
Moonmad, 1944
MondsüchtigBronze, eines von 10 nicht nummeriertenExemplaren, 92,6 x 32,1x 29,8 cmFoto: Peter Schibli, Basel
Moonmad – „mondsüchtig“ – entstand 1944 im amerikanischen Exil, wobei Ernst zunächst eine Gipsfassung erstellte; Jahre später folgte der Bronzeguss. Die Figur besteht aus lauter Formen, die den Mond in verschiedener Gestalt zeigen. Der surreal-schlafwandlerische Zustand der „Mondsucht“ wird hier also zu einer Figuration, die diese Gemütslage verkörpert.
Humboldt Current, 1951/52
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Max Ernst
Humboldt Current, 1951/52

Humboldt-Strom
Öl auf Leinwand, 36 x 61cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Humboldt Current ist einer kühlen Meeresströmung im Pazifik gewidmet. Ernst hat die Leinwand über einer Holzplatte bearbeitet und deren Maserungen zum Teil der Komposition werden lassen. So wird hier die Natur selbst direkt zur Mitarbeiterin am Kunstwerk. Kühl glänzt die Strömung im nächtlichen Meer – über der Wasseroberfläche von einem vollen Mond begleitet, der das Bild wie eine Reminiszenz an die Epoche der Romantik erscheinen lässt.

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Naissance d’une galaxie, 1969
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Max Ernst
Naissance d’une galaxie, 1969

Geburt eines Spiralnebels
Öl auf Leinwand, 92 x 73 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Naissance d’une galaxie wurde im Jahr der Mondlandung geschaffen. Der Mensch hatte das Sehnsuchts-Gestirn der (für Ernst als Kulturepoche so wesentlichen) Romantik erobert und fand nur leere, steinerne Stille. Wie als Ersatz lässt Ernst aus den nebulös-urzeitlichen Formen am unteren Bildrand die gerasterte Kreisform einer neuen Galaxie entstehen, deren Standort die Imagination ist – und das hier vorgestellte Bild. Ganz im Sinne von Ernsts phantastischer Naturgeschichte berühren sich im Moment des Bildes das Ewig-Sphärische und das Jetzt der künstlerischen Formfindung.

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Swampangel, 1940
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Max Ernst
Swampangel, 1940

Sumpfengel
Öl auf Leinwand
Holzrahmen vom Künstler mit Samt bezogen, 65 x 81 cm
Beyeler-Stiftung, Schenkung Ulla und Richard Dreyfus-Best

Max Ernst

1891, Brühl/Rheinland – 1976, Paris Während seines Studiums u.a. der Psychologie und Kunstgeschichte in Bonn beginnt der deutsch-französischer Maler und Grafiker zu malen und experimentiert mit expressionistischen, kubistischen und futuristischen Gestaltungsweisen. 1912 stellt er mit den Rheinischen Expressionisten erstmals aus, 1913 ist er im Ersten Deutschen in Berlin vertreten. Während eines Fronturlaubs lernt er 1916 die Berliner Dadaisten kennen und gründet drei Jahre später mit Jean Arp eine Dada-Gruppe in Köln. 1922 siedelt er nach Paris über, wo er sich den Surrealisten anschliesst. Die von diesen propagierte »écriture automatique« setzt er in Collagen, Frottagen, Grattagen und Plastiken um, für die ihm Fundstücke als Grundlage dienen. Seine visionären Kosmogonien gehen auf die Tradition Grünewalds und Boschs zurück.

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