Mark Tobey
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1890, Centerville, Wisconsin - 1976, Basel
Bei Tobey gibt es blattartige, an Vegetabiles erinnernde Formen, spitze Linien, fleckartige Strukturen, grafische Dickichte, die an Heuhaufen erinnern (November Grass Rhythmus, 1945), kristalline, splitternde Lineaturen und vor allem eine schwingende, sich wechselseitig verknüpfende und überlagernde Bewegung, die Tobey als „moving line“ charakterisierte. Die mit den Formen fest verbundene Bild-Schrift ist allerdings nicht denkbar ohne den Blick auf die Natur, dem der Maler grosse Bedeutung schenkte. Die Zustände der Natur, der Zeiten und Wege prägen vor allem sein Sehen. Tobey drückte seine Bewunderung vor allem für das Spätwerk Monets aus. Auch Tobey, wie viele andere junge amerikanische Maler im Monet-Revival, wurde seine Bildform massgeblich durch den Effekt des „all-over“ beeinflusst. Vielerorts erwähnte Tobey die Bedeutung des Impressionismus für seine Entwicklung. Die schwingenden, mit Liniengespinsten gefüllten Bildräume seiner Bilder haben schon in der ersten Anschauung mehr mit Monets Pinseltexturen der 80er und 90er Jahre als mit Pollocks schweren, gestischen Hieben zu tun. Doch die meditiative, stille Ausstrahlung seiner „White Writings“, die vielen seiner Bilder etwas Strahlendes, eine Anmutung von Glück verleiht, unterscheidet ihn völlig von Pollock und anderen Malern der gestischen Abstraktion der New York School.
„Am meisten liebe ich es, in der Natur zu sehen, was ich in meinem Bild möchte. Wenn es uns gelingt, das Abstrakte in der Natur zu finden, so finden wir die tiefste Kunst.











