Mark Rothko

Mark Rothko
Untitled, 1948
Blue and Grey, 1962
Untitled (Red-Brown, Black, Green, Red), 1962
Untitled (Plum and Dark Brown), 1964
Untitled (Red, Orange), 1968
Untitled, 1948
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Zurzeit in dem St. Louis Art Museum, USA ausgestellt

Mark Rothko
Untitled, 1948

Ohne Titel
Öl auf Leinwand, 152,5 x 126,5 cm
Foto: Christopher Burke, Ouesada/Burke

Untitled ist ein Bild Mark Rothkos aus der Zeit vor seinem klassischen Werk, das in der Fondation unter anderem durch Red (Orange) vertreten ist. An die Stelle eines mythologisch überhöhten „Surrealismus“ und lesbaren Bildinhalts, die das Frühwerk prägten, sind einzelne, noch kleinteilige Farbflecken als Bildakteure getreten. Interessanterweise handelt es sich um das letzte auf der Vorderseite signierte Gemälde: Die in der Folgezeit gefundene Bildform liess eine traditionelle Signatur nicht mehr zu.

Blue and Grey, 1962
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Zurzeit in dem St. Louis Art Museum ausgestellt

Mark Rothko
Blue and Grey, 1962

Blau und Grau
Öl auf Leinwand, 193 x 175 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Blue and Grey zeigt wie Red (Orange) ebenfalls zwei Farbformen, ein aus ferner Tiefe heraufleuchtendes samtiges Blau, das mit dem flockigen Weiss der darüber liegenden Farbwolke kontrastiert und in einen wechselnden Dialog zwischen Über-dem-Bild-Schweben und Im-Bild-Versinken einstimmt.

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Untitled (Red-Brown, Black, Green, Red), 1962
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Zurzeit in dem St. Louis Art Museum, USA ausgestellt

Mark Rothko
Untitled (Red-Brown, Black, Green, Red), 1962

Ohne Titel (Rotbraun, Schwarz, Grün, Rot)
Öl auf Leinwand, 206 x 193,5 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

In Red-Brown, Black, Green, Red bricht ein schmal gefasstes Korallenrot leuchtend aus dem vielgestreiften Bildgefüge von dunklem Flaschengrün, Schwarz und Rotbraun aus und bindet sich kontrastreich in den violett-blauen Untergrund.

Untitled (Plum and Dark Brown), 1964
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Zurzeit in dem St. Louis Art Museum, USA ausgestellt

Mark Rothko
Untitled (Plum and Dark Brown), 1964

Ohne Titel (Pflaumenblau und Dunkelbraun)
Öl auf Leinwand, 236,5 x 212,5 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

In Untitled (Plum and Dark Brown) tritt die Reduktion des Spätwerks in radikalster Weise zu Tage. Eine einzelne, scharfkantig begrenzte schwarzbraune Rechteckform legt sich über den monochrom schwarzen Bildgrund. Die Bilder dieser Serie der Black Form Paintings sind Schwarz in Schwarz gemalt, mit Nuancen ins Braune, Violettblaue oder auch Rötliche. In letzter Konsequenz seines Schaffens verweigert der Künstler schöne oder gar als dekorativ misszuverstehende Buntfarbigkeit. Die Nichtfarbe Schwarz fordert eine maximale Betrachterleistung ein, eine vollendet intensive Betrachter-Bild-Beziehung. Erst mit der Zeit und in der Wahrnehmung offenbart sich die subtile Bildmechanik, das Spiel von glänzender und matter, opaker und transparenter Oberflächenbehandlung. „Buntheit“ wird bloss flüchtig erahnbar im Aufscheinen von Wärme und Kälte, von Rot- oder Blaufärbungen, die in die Tiefen des Schwarz gelegt sind. Indem er seine Bilder nichts mehr zeigen lässt und die letzten Hindernisse niederreisst, wirft Rothko den Betrachter ganz auf sein Sehen zurück und lässt ihn in einen vollendeten Dialog mit dem Bild treten. Ungeachtet der Tatsache, ob es sich um ein einzelnes Bild oder eine Gemäldegruppe handelt, hat er damit nicht nur einen Ort – eine Präsenz – geschaffen, sondern verleiht seinem Anspruch, kein abstrakter Maler zu sein, sondern „menschlich und tragisch“, letztgültige Form.

Untitled (Red, Orange), 1968
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Zurzeit in der Fondation Beyeler ausgestellt

Mark Rothko
Untitled (Red, Orange), 1968

Ohne Titel (Rot, Orange)
Öl auf Leinwand, 233 x176 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Tiefes Rot, annähernd in ein Quadrat gefasst, und warmes Rotorange in Balkenform schweben über einem roten Grund. Die Ränder dieser Binnenformen sind schattenhaft verdunkelt, die Farbe scheint sich daran gleichzeitig zu verdichten und auch auszufasern, beinahe so, als wölbte sie sich in einer Atembewegung vor und als wollte sie sich im nächsten Moment wieder in die Bildfläche zurückziehen – festgefügt und dennoch nicht fixierbar. Der Untergrund ist puderig, durchlässig vom beigen Ton der Leinwand hinterlegt, was die Randzonen zusätzlich mit bildaktiver Energie auflädt. So lässt sich Mark Rothkos „klassische“ Bildfindung, die er seit Ende der 1940er Jahre entwickelt hat, anhand seines Werkes Red (Orange) beschreiben, das wie die Summe aller seiner künstlerischen Erfahrungen wirkt.

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Mark Rothko

1903, Dvinsk/Russland – 1970, New York

Nach der Emigration der Familie 1913 studiert Rothko in New Haven und New York. Gemeinsam mit Adolph Gottlieb u. a. gründet er 1935 die Künstlergruppe »The Ten«. In den späten 40er Jahren kristallisierte sich das klassische Werk Rothkos heraus: grosse rechteckige Farbfelder mit verschwimmenden weichen Konturen die vor einem andersfarbigen Bildgrund zu schweben scheinen. Die beruhigte Spannung und stille Erhabenheit wird durch Farbkontraste erreicht, die mit den einfachen Formen zusammen auf ein meditatives Erleben abzielen. Die Unbestimmtheit der malerischen Binnenstruktur lösche laut Rothko das Gedächtnis aus und befreie die Erinnerung. Mystische Konnotationen sind aufgrund von Rothkos jüdischer Herkunft ebenso wenig auszuschliessen wie der bewusste Rückgriff auf die Tradition des „Erhabenen“ in der europäischen Malerei. Für Rothko waren seine Bilder lebende Organismen, die Farbe etwas zutiefst Menschlich-Sinnliches, aber gleichzeitig das Tor zu transzendenten Erfahrungen. In der Tradition des Kolorismus sah er sich Monet verwandt, was auch die Technik der schwebenden Farbräume nahelegt, die mit dem „Flächeninnenraum“ der Seerosen-Bilder von Monet in Beziehung gesetzt werden können. 1970 wählte Rothko den Freitod in New York.

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