Marc Chagall

Marc Chagall
La chambre jaune, 1911
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Zurzeit nicht ausgestellt

Marc Chagall
La chambre jaune, 1911

Das gelbe Zimmer
Öl auf Leinwand, 84,2 x 112 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Ein gelbes Zimmer: zwei Personen, eine Kuh, ein Tisch, eine Tür, die den Blick freigibt auf ein Dorf im Schein des Vollmondes. Auf dem Tisch stehen ein Samowar und drei Becher, von denen sich einer im Schatten befindet – vielleicht ein Hinweis auf eine dritte, nicht anwesende Person. Es ist, als würde Chagall, der grosse Poet unter den Modernen, eine Geschichte aus seiner russischen Heimat erzählen. Das Bild entstand in Paris und zeigt dies auch durch die vom Fauvismus herrührenden leuchtenden Farben und die an den Kubismus erinnernde Raumauffassung. Das scheinbar Naive und das Verschrobene der Personen und Gegenstände erklären die Letztere unabhängig von der dargestellten Geschichte: Dadurch, dass etwa der Tisch aus dem Bild herauszufallen scheint, nimmt man seine Bedeutung als eigentlich stabilen Gegenstand wahr.

Marc Chagall
Marc Chagall

1887 bei Witebsk – 1985, Saint-Paul-de-Vence

Der russisch-französische Maler und Grafiker, der sein Kunststudium in Witebsk und St. Petersburg absolvierte, fand seine wichtigsten künstlerischen Inspirationen in Paris, wo er sich von 1910 bis 1914 aufhielt. Fauvismus und Kubismus lieferten ihm Anregungen für seine Malerei, in der er jüdische Mystik, das bäuerliche Leben in Russland und die Zirkuswelt thematisierte. Liebespaare, Tiere und Blumen sind seine bevorzugten Bildgegenstände. In leuchtenden, expressiven Farben kombinierte er symbolische Motive zu traumhaften Bildwelten. Neben Ausstattungsarbeiten für das Jüdische Theater in Moskau 1919 illustrierte er Werke Gogols, La Fontaines und die Bibel und entwarf Glasfenster und Keramiken.

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