Kasimir Malewitsch

Kasimir Malewitsch
Suprematistische Komposition, 1915
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Zurzeit in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf ausgestellt

Kasimir Malewitsch
Suprematistische Komposition, 1915

Öl auf Leinwand, 80,4 x 80,6 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Ikonengleich platzierte Malewitsch 1915 in einer oberen Raumecke einer Ausstellung in St. Petersburg sein berühmtes Schwarzes Quadrat, mit dem er ein neues Verhältnis von Figur und Bildgrund begründete. An die Stelle der von leeren Ecken umgebenen kubistischen Bildraute setzte er nun die absolute Form des vor dem weissen Grund schwebenden Quadrats. So begann Malewitschs Suprematismus, den er 1927 als „die Suprematie der reinen Empfindung in der bildenden Kunst“ definierte. Bei der Bildkomposition in der Fondation gesellen sich zum Quadrat als weitere Grundformen der Kreis und ein rechteckiger Balken. Sie werden ergänzt durch kleinere Elemente von signalhaftem Rot, mittels derer Malewitsch zusätzlich das dynamische Motiv der Diagonale einführt. Das Weiss des Grundes wird hier zu einer dimensionslosen Fläche des Nichts, in der die Dynamik der Formen sich gleichsam im Weltall des Ungegenständlichen entfalten kann.

Kasimir Malewitsch

1878, Kiew – 1935, Leningrad

In der Ukraine geboren, ist der im Westen lange verkannte Kasimir Sewerinowitsch, genannt Malewitsch, bald in Moskau, wo er 1905 auf die Barrikaden steigt. Ab 1907 zur Avant-Garde gehörig, wird er 1912-13 von zuerst neo-primitivistischen, dann kubo-futuristischen Bewegungen erfasst. Im Jahr 1915 Befreiung zur radikalen Einfachheit des suprematistischen Bildes („schwarzes Quadrat“). Die folgenden Jahre sind von der Wandlung der Revolution zum totalitären Staat bestimmt und bringen u.a. theoretische Anstrengungen, die Beschäftigung mit utopischen Architekturmodellen - und schliesslich die Rückkehr des in Ungnade Gefallenen zur Gegenständlichkeit.

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