Jean Dubuffet

Jean Dubuffet
Ponge feu follet noir, 1947
Le voyageur égaré, 1950
Corps de dame – Pièce de boucherie, 1950
Le très riche sol, 1956
Table de barbe, 1959
Autobus Gare Montparnasse, 1961
Chassé-croisé, 1961
Vertu virtuelle, 1963
Automobile à la route noire, 1963
Site avec trois personnages, 1974
Incitations divergentes, 1976
Argument et contexte, 1977
Ponge feu follet noir, 1947
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Zurzeit nicht ausgestellt

Jean Dubuffet
Ponge feu follet noir, 1947

Ponge als schwarzes Irrlicht
Öl auf Leinwand auf Pavatex, 132,5 x 99,5 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Mit wilder Entschlossenheit richtete der französische Künstler Jean Dubuffet seine subversiven, humorvoll-komischen Werke gegen die ewig gestrige Museumskunst. Er wollte alles Normative aufsprengen und propagierte eine rohe, unangepasste Kunst: die „Art brut“. Die Erzeugnisse der Geisteskranken, Aussenseiter, Autodidakten und Kinder, die mit „kultureller Kunst“ noch kaum in Berührung gekommen sind, lieferten ihm die Vorlagen für seine Werke. Auch innerhalb der traditionellen Bildgattungen – Porträt, Frauenakt, Landschaft – lotete Dubuffet gegen alle Regeln der Kunst neue Gestaltungsmöglichkeiten aus: hier das antipsychologische und antiindividualistische Porträt des Schriftstellers Francis Ponge „als schwarzes Irrlicht“: Ponge feu follet noir.

Le voyageur égaré, 1950
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Zurzeit nicht ausgestellt

Jean Dubuffet
Le voyageur égaré, 1950

Der verirrte Reisende
Öl auf Leinwand, 130 x195 cm
Foto: Cantz Medienmanagement, Ostfildern

In Le voyageur égaré, das zur Werkreihe der „Paysages grotesques“ gehört, bildete Dubuffet keine Landschaft mehr ab, denn das Bildmaterial, die krustige Malpaste auf der grossformatigen Leinwand, ist die Landschaft, die durch den Farbauftrag und die Rillen und Ritzen der Malschicht gebildet wird. Die Katastrophen des 20. Jahrhunderts legen ein Bild des Menschen als eines verirrten Reisenden nahe. Das Werk kann auch als Kommentar zu den Zeitumständen gedeutet werden. Dubuffets Experimente und Theorien haben die europäische und amerikanische Kunst der 1950er und 1960er Jahre stark geprägt.

Corps de dame – Pièce de boucherie, 1950
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Zurzeit nicht ausgestellt

Jean Dubuffet
Corps de dame – Pièce de boucherie, 1950

Frauenkörper – Fleischerstück
Öl auf Leinwand, 116 x 89 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Den Frauenakt mit dem provozierenden Titel Corps de dame – Pièce de boucherie, als ob es sich um ein in der Metzgerei angebotenes Fleischstück handle, hat Dubuffet wie Streichputz auf die Leinwand gepflastert und als ein prähistorisches Wandgekritzel präsentiert.

Le très riche sol, 1956
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Jean Dubuffet
Le très riche sol, 1956

Das sehr fruchtbare Erdreich
Öl auf zusammengesetzter Leinwand, 156 x 117 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Table de barbe, 1959
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Jean Dubuffet
Table de barbe, 1959

Barttisch
Öl auf Leinwand, 130 x 97cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Autobus Gare Montparnasse, 1961
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Jean Dubuffet
Autobus Gare Montparnasse, 1961

Autobus Bahnhof Montparnasse
Gouache auf Papier, 67 x 67 cm
Foto: Cantz Medienmanagement, Ostfildern

Chassé-croisé, 1961
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Jean Dubuffet
Chassé-croisé, 1961

Kreuzchassé
Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Vertu virtuelle, 1963
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Jean Dubuffet
Vertu virtuelle, 1963

Virtuelle Tugend
Öl auf Leinwand, 98 x 131cm
Foto: Robert Bayer, Basel

In den 1960er Jahren vollzog Dubuffet in seiner Kunst eine radikale Kehrtwendung. Er liess die experimentell eingesetzten Materialien und Techniken hinter sich und versuchte nun in seinem gewaltigen „Hourloupe“-Zyklus (1962–1974) das Virtuelle und Nicht-Wirkliche einzufangen. Im Gewimmel der Linien, Farben und Formen von Vertu virtuelle findet der Blick des Betrachters keinen Halt mehr, er fährt über Schraffuren, springt von einer Figur zur anderen und verfängt sich immer wieder in einer grotesken Tier- oder Menschenfratze.

Automobile à la route noire, 1963
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Jean Dubuffet
Automobile à la route noire, 1963

Automobil auf schwarzer Strasse
Öl auf Leinwand, 195 x 150 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Site avec trois personnages, 1974
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Zurzeit nicht ausgestellt

Jean Dubuffet
Site avec trois personnages, 1974

Landschaft mit drei Figuren
Vinylmalerei auf ausgeschnittenem
gepresstem Holz, 269,5 x 446,7 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Incitations divergentes, 1976
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Zurzeit in der Fondation Beyeler ausgestellt

Jean Dubuffet
Incitations divergentes, 1976

Anregungen in verschiedenen Richtungen
Acryl auf geleimtem Papier auf Leinwand, 28 Teile, 173 x 291cm
Foto: Christian Baur

Argument et contexte, 1977
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Jean Dubuffet
Argument et contexte, 1977

Argument und Kontext
Acryl auf geleimtem Papier auf Leinwand, 66 Teile, 201x 249 cm
Foto: Robert Bayer, Base

Jean Dubuffet
Jean Dubuffet
Jean Dubuffet

1901, Le Havre – 1985, Paris

Der französische Maler, Bildhauer und Schriftsteller entwickelte seine Kunst aus den spontanen Bildern von Kindern und Geisteskranken. Die 1948 von ihm gegründete Compagnie de l’Art brut propagierte eine Kunst jenseits gängiger ästhetischer Normen und akademischer Ausbildung. Seine gemalten oder in plastische Gründe geritzten Bilder beziehen ihre Inspiration auch aus den verwendeten künstlichen und natürlichen Materialien wie Gips, Sand, Leim oder Kitt, die gespachtelt, geknetet, geritzt und bekritzelt werden. 1962 entsteht die figurativ-abstrakte Kunstsprache »Hourloupe«, im Spätwerk wendet sich Dubuffet wieder informellen Techniken zu.

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