Jacques Lipchitz

Jacques Lipchitz
Figure, 1926–1930
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Zurzeit nicht ausgestellt

Jacques Lipchitz
Figure, 1926–1930

Figur
Bronze, Exemplar 7/7, Modern Art Foundry, Long Island City, 216 x 98 cm
Foto: Peter Schibli, Basel

Um die Mitte der 1920er Jahre beschäftigte sich der aus Litauen stammende Jacques Lipchitz in Paris mit dem Verhältnis von Raum und Materie und schuf eine Reihe von Plastiken, die er „transparents“ nannte. Figure ist eines der Schlüsselwerke dieser Zeit. Auf einem runden Sockel stehen zwei ineinander verschränkte zangenförmige Elemente. Die Einkerbungen auf der Schmalseite einer der „Zangen“ und der die Plastik krönende Kopf mit zwei „Augen“ deuten darauf hin, dass es hier um die stilisierte Darstellung einer Frau geht. Figure verleugnet keineswegs die Verankerung in der Plastik der Moderne – man denke nur an Arbeiten von Constantin Brancusi –, doch die Formauffassung ist der afrikanischen Plastik sehr ähnlich, wie beispielsweise die Stampfer-Figur (deble) aus Mali der Fondation Beyeler zeigt.

1891, Druskienniki - 1973 Capri

Der französische Bildhauer polnischer Herkunft studierte ab 1909 an der École des Beaux-Arts und an der Académie Julian in Paris, wo die Bekanntschaft mit Picasso und den Kreis der Kubisten deutliche Spuren in seinem Werk hinterliess: 1913 entstehen die ersten kubistischen Skulpturen. später Hinwendung zu kurvigen, durchbrochenen Formen. Jacques Lipchitz tritt 1922 der Gruppe "Esprit Nouveau" bei. Zwischen 1915 und 1925 schafft der Künstler in Stein gemeißelte, kubistische Skulpturen, bei denen Figuren und Köpfe auf einfache, blockhafte Formen reduziert und zum Teil farbig gefasst sind. Der Künstler beginnt 1925 mit einer Reihe von "transparenten", raumdurchlässigen Skulpturen im Wachsausschmelzverfahren, mit denen er sich von der kubistischen Formensprache löst. Die kantigen Strukturen weichen einem zwanglosen plastischen Stil, der sich in einem freien Gebrauch natürlicher Formen äußert, die zunehmend organischer werden. Als 1940 Paris von den Deutschen besetzt wird, flieht der Bildhauer nach Toulouse. Von dort aus verlässt der Bildhauer Frankreich bald endgültig und geht nach Amerika. Lipchitz lässt sich in New York nieder. Lipchitz nimmt zweimal an der "documenta" in Kassel teil (1959 und 1964).

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