Francis Bacon

Francis Bacon
Portrait of George Dyer Riding a Bicycle, 1966
Lying Figure, 1969
In Memory of George Dyer, 1971
Sand Dune, 1983
Portrait of George Dyer Riding a Bicycle, 1966
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Zurzeit nicht ausgestellt
Francis Bacon
Portrait of George Dyer Riding a Bicycle, 1966
Bildnis von George Dyer beim RadfahrenÖl und Pastell auf Leinwand, 198 x 147,5 cmFoto: Robert Bayer, Basel
Francis Bacons Bildnis seines Freundes und Liebhabers George Dyer ist ein besonders gutes Beispiel für seine komplexe Malerei. Bacon lässt Dyer mit dem Fahrrad von rechts nach links wie über ein Hochseil fahren, als sei das Bild eine Arena. Die Dynamik des Bewegungsablaufs wird – für Bacons Arbeit ganz typisch – jäh unterbrochen, seine Stabilität in Frage gestellt: Dyers Gesicht scheint plötzlich aus dem Profil, das als Schatten stehen bleibt, in die Frontalität gewendet. Die oval-krummen Räder scheinen sich in alle Richtungen zu drehen. Bacon plant etwas, um es im nächsten Moment durch einen Zufall oder einen Farbwurf wieder zu torpedieren. Er stört seinen eigenen Malprozess, um Unbekanntes aufbrechen zu lassen, wobei sowohl das Unbekannte als auch das Gestörte und Verstörte eine grosse Präsenz gewinnen.
Lying Figure, 1969
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Francis Bacon
Lying Figure, 1969
Liegende GestaltÖl auf Leinwand, 198 x 147,5 cmFoto: Peter Schibli, Basel
Eine flach gestrichene kalte Wand, die nur durch eine absurde Kurbel und das Kabel einer nackten Glühbirne unterbrochen wird, steht über einem ovalen Bett und einer sandig-schmutzigen Arena, die den körperlichen und seelischen Überlebenskampf eines Süchtigen zeigt. Eine moderne, auf den Kopf gestellte Fassung des „Schmerzensmanns“ mit Spritze und Aschenbecher, wobei die weissen Zigarettenstummel mit den weissen Zähnen, die der Maler in die verwüstete Kopflandschaft gesetzt hat, korrespondieren. Der in Auflösung begriffene menschliche Körper führt Bacons exzessive, expressionistische Malerei an die Grenzen des Erträglichen.
In Memory of George Dyer, 1971
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Francis Bacon
In Memory of George Dyer, 1971
Im Gedenken an George DyerÖl auf Leinwand, Triptychon, je 198 x147,5 cmFoto: Peter Schibli, Basel
Die ursprünglich sakrale Bildform des Triptychons wählte Francis Bacon als Erinnerungsmonument für seinen Freund George Dyer, mit dem er über sieben Jahre verbunden war. Dyer, der sich 1971 in Paris, zwei Tage vor der Eröffnung der grossen Bacon-Ausstellung im Grand Palais, in seinem Hotelzimmer umgebracht hatte, ist auf dem Erinnerungsbild gleich viermal dargestellt: auf der linken Tafel als Sportler, der auf der gekurvten Bahn gestürzt ist, auf der rechten Tafel als „Standbild“ und zugleich als gekipptes, beschnittenes Spiegelbild auf der kleinen Tischplatte und schliesslich im Mittelteil als grosse, dunkle Schattenfigur, aus der ein nackter, fleischlicher Arm und eine Hand emporragen, um einen Schlüssel ins Schloss zu stecken. In der strengen Bildarchitektur des Triptychons verbinden sich komplexe Projektionen seelischer Innenräume mit expressiver Körperlichkeit. Bacon stellt seinen Freund in einem Schwebezustand zwischen zwei Wirklichkeiten dar: auf der Schwelle zwischen Leben und Tod.
Sand Dune, 1983
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Zurzeit nicht ausgestellt
Francis Bacon
Sand Dune, 1983
SanddüneÖl und Pastell auf Leinwand, 198 x147,5 cmFoto: Peter Schibli, Basel
In Sand Dune wird der menschliche Körper als Sanddüne in einen durchlässigen „Glaskasten“ gefüllt. Die harten geometrischen Begrenzungen werden an bestimmten Stellen übertreten, und der Pfeil, die beiden Glühbirnen und das grelle Rot verleihen dem Gemälde eine irritierende „Künstlichkeit“. Vermutlich nimmt Bacons Sand Dune Bezug auf Degas’ Landschaftspastelle (um 1890–1892), in denen sich Felsformationen in einen gelbgrün glühenden Phallus und eine Küstenlandschaft in eine liegende nackte Frau verwandeln.
Francis Bacon
Francis Bacon
Francis Bacon
1909, Dublin - 1992, Madrid Seine ersten Schritte als Künstler unternahm der Designer Francis Bacon inspiriert von einer Picasso-Ausstellung. Er schuf in kurzer Zeit zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle. Francis Bacon gilt als Autodidakt. Der kubistische Maler Roy de Maistre ist der einzige, den man als Lehrer Francis Bacons bezeichnen könnte. 1934 zeigte die Londoner Transition Gallery seine erste Einzelausstellung. Als Grundlage seiner oft in der Form des Triptychons dargestellten, unbeschönigten Illustrationen verwundbarer und leidender Körper dienten Bacon meist Fotografien. Durch Verzerrung, Verstümmelung sowie Überlagerung mehrerer Bewegungsstadien thematisiert er die Qualen der menschlichen Existenz. 1954 vertritt er zusammen mit Ben Nicholson und Lucian Freud Grossbritannien auf der Biennale in Venedig.
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