Constantin Brancusi

Constantin Brancusi
L’oiseau, 1923/1947
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Zurzeit in der Fondation Beyeler ausgestellt

Constantin Brancusi
L’oiseau, 1923/1947

Der Vogel
Marmor und Kalkstein, mit Sockel, 121x 27,5 x 26,7 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Während Jahrzehnten konzentrierte sich Brancusi auf seine Vogelskulptur, die er bis in die 1940er-Jahre in zahlreichen Fassungen und in immer neuen Wandlungen und Materialien präsentierte. Die Vogelskulptur der Fondation wurde zu einem Zeitpunkt geschaffen, als die Werkreihe eigentlich bereits abgeschlossen war. Das Thema wird nochmals aufgegriffen und in höchster künstlerischer Reife zur Vollendung gebracht. In der Konzentration auf die Energie des massiven Marmors lässt Brancusi die schlanke Skulptur hochschnellen. Nicht der Vogel, sondern der Flug des Vogels soll dargestellt werden. Um dem Material die Schwere zu nehmen, hat der Künstler die helle, blau-graue Äderung des Marmors in die Gestaltung einbezogen. Die überaus feinen Linien, die den Stein überziehen, deuten die Flügel sowie die Weichheit des Vogels an, die beiden gezackten, „ausgesägten“ Sockelelemente scheinen ihn erst richtig in die Höhe zu katapultieren.

Constantin Brancusi

Constantin Brancusi 1876–1957

Der rumänische Bildhauer und Fotograf siedelte 1904 von Bukarest nach Paris über, wo er Freundschaften, u.a. mit Amadeo Modigliani, Alexander Archipenko, Marcel Duchamp und Jean Cocteau knüpfte. Ab 1906 beteiligte er sich aktiv am Salon d’Automne. Nach traditionell-akademischen Anfängen widmete er sich ab 1907 vor allem Themen der Antike und naturmythologischen Motiven aus seiner Heimat. Constantin Brancusi arbeitete seriell und konzentrierte sich auf Stein, Bronze und Holz als wesentliche Elemente seines Œuvres. Seine „Endlose Säule“, die als Verschmelzung von Architektur und Skulptur gilt, beeinflusste zahlreiche andere Künstler und Architekten. Sie begründete seinen Ruhm als einer der bedeutendsten Bildhauer der Avantgarde.

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