Barnett Newman
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1905, New York – 1970, New York
Newman versuchte mit seiner Malerei den Betrachter aus den festgefügten Grenzen vernunftgeleiteter Erfahrung zu befreien und ein gesteigertes Bewusstsein zu ermöglichen. Die leuchtenden Farbflächen, die in ihrer Farbintensität mittelalterlichen Glasfenstern gleichen, sollen in extremer Nahsicht und ohne Möglichkeit der dekorativen Einpassung des Bildes in das architektonische Ambiente transzendente Erfahrungen auslösen. Der Farbraum assoziiert keine Realität ausserhalb des Bildes, er ist konkret und spirituell zugleich, wie die Farbe selbst in ihrer Materialität und geistigen Ausstrahlung. In den grossen Formaten ist die Farbe Schicht um Schicht aufgetragen und die Farbwirkung durch differenzierte Untermalung genau kalkuliert. Newman: „Der Impressionismus hat der Kunst ein unverkennbar anderes Aussehen verliehen[...] Gerade deshalb beginnt die moderne Malerei mit den Impressionisten, weil zum ersten Mal in der Geschichte eine Gruppe von Künstlern sich entschlossen der Lösung eines technischen Problems in der Malerei zuwandte – nämlich der Farbe [...] Sie befreiten die Palette des Künstlers aus ihrem Gefängnis [...] Monet schuf eine neue Ästhetik der Farbe.“ [Vgl.: Barnett Newman, Das Problem des Inhalts, 1944-45, in: John P. O ` Neill (Hrsg.), Barnett Newman, Schriften und Interviews, Bern/Berlin 1996, S. 94-97.]




