Auguste Rodin

Auguste Rodin
Iris, messagère des dieux (Figure volante), 1890/91
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Zurzeit im Musée d'art et d'histoire, Genève ausgestellt

Auguste Rodin
Iris, messagère des dieux (Figure volante), 1890/91

Iris, Götterbotin (Fliegende Gestalt)
Bronze, 83,3 x 87 x 36 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Iris – die Götterbotin – zählt nackt, ohne Kopf und mit offengelegtem Geschlecht zu den erotischsten Skulpturen Rodins. Scheinbar vollkommen unabhängig von den Gesetzen der Schwerkraft balanciert sie ihren Körper – einer Tänzerin gleich – auf der linken Fussspitze. Entworfen wurde sie ursprünglich im Kontext eines Denkmals für Victor Hugo, bei dem sie – über dem Kopf des Dichters schwebend – dessen Inspiration verkörpern sollte. Später entwickelte Rodin sie zum autonomen Werk mit mehreren Versionen. Der „himmlische“ Körper, den Rodin bewusst als Fragment belassen hat, um das Wesentliche deutlicher hervorzuheben, ist von einer beispiellosen Körperspannung durchdrungen, als würde noch Leben unter der Bronzehaut pulsieren, voller Kraft und Leidenschaft. Der weibliche Schoss wird als Ort der Empfängnis und Geburt, der Leidenschaft und Erotik zum Angelpunkt der Plastik. Als „fliegende Figur“ oder Tanzende bewegt sich Iris im Spannungsfeld von Mythologie, Eros, Inspiration und Schöpfung.

Auguste Rodin
Auguste Rodin

1840, Paris - 1917, Meudon

Der französische Bildhauer, Grafiker und Maler hatte zudem eine Ausbildung als Steinmetz und Giesser. Nach Studien in Paris beschäftigte er sich in den späten 1860ern im Atelier von Albert-Ernest Carrier-Belleuse und bei van Rabourg in Brüssel mit Bauplastik. Die Werke Michelangelos und die Skulptur des Barocks hinterlassen einen starken Eindruck. Durch die Anwendung impressionistischer Einflüsse auf die Skulptur gelang es Rodin, die Skulptur von den Einflüssen des 19. Jahrhundert zu entbinden. Die meisten seiner figürlichen Arbeiten sind mit Verzicht auf Details wie die Spätwerke Michelangelos aus dem Material herausgearbeitet. Seine Werke sind Beispiele stark expressiver, psychologischer Regungen.

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