Antoni Tàpies

Antoni Tàpies
Relleu negre per a Documenta, 1964
Ecriture sur le mur, 1971
Relleu negre per a Documenta, 1964
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Zurzeit nicht ausgestellt

Antoni Tàpies
Relleu negre per a Documenta, 1964

Schwarzes Relief für die Documenta
Mischtechnik auf Leinwand, 275 x 230 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Das während der düstersten Franco-Diktatur entstandene schwarz-graue Bild wirkt wie eine eine dunkle verbrannte Wand (Tàpies spricht von „Relief“), die wohl nicht nur so aussieht, als bestehe sie aus Farbe, Sand, Asche und Stille. Jedenfalls haben wir es hier nicht mehr mit einer Untermalung zu tun, auf die ein geübter Maler – sei es mit Pinsel oder Pollockschen Drippings – seine farbigen Spuren hinterlassen hätte. Denn Tàpies zog es vor, Spuren in die Masse des Farbgrunds zu kratzen. In ihrer archaischen Schlichtheit können sie als rein abstrakte Setzungen gelesen werden oder als die Linien, die einen Boden von zwei Wänden und einer Decke trennen und somit eine Ecke darstellen, vor deren Schwärze wir ausweglos stehen.

Ecriture sur le mur, 1971
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Zurzeit nicht ausgestellt

Antoni Tàpies
Ecriture sur le mur, 1971

Auf die Mauer Geschriebenes
Mischtechnik auf Leinwand, 270 x 200 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

In Ecriture sur le mur hat sich eine virtuose Eleganz zur archaischen Sprachlosigkeit der früheren Arbeit in der Fondation gesellt. Reiche Strukturen tun sich auf, geritzte, gemalte, verwischte. Hier wird die Wand zu einer Ernte aus Spuren, die Präsenz von Menschen suggeriert, Geschichte von Leben, aufgezeichnet vom Künstler, der sie (auf Klees und Mirós Spuren) lesen kann und stellvertretend für alle ausdrückt.

Antoni Tàpies
Antoni Tàpies

1923, Barcelona - 2012, Barcelona

Der katalanische Maler, Grafiker und Objektkünstler gilt als der bedeutendste spanische Künstler des Informel. Ursprünglich beeinflusst von Joan Miró und Paul Klee malt er zuweilen ganz in Schwarz und Grau gehaltene Kompositionen mit realistisch-fragmentarischen Ausschnitten alltäglicher Dinge, oft in Zuständen des Zerfalls, mit Betonung der stofflichen Textur. Materielle Erscheinungen wie Farbpaste, Sand, Holz, Papier etc. setzt er bewusst für den bildhaften Ausdruck seiner Werke ein.

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