Andy Warhol

Andy Warhol
Flowers, 1965
Self-Portrait, 1967
Joseph Beuys, 1980
Flowers, 1965
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Zurzeit nicht ausgestellt

Andy Warhol
Flowers, 1965

Blumen
Siebdruckfarbe und Acryl auf Leinwand, 213,4 x 369,3 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Das Grundmotiv von Warhols Flowers-Serie geht auf eine Fotografie zurück, die der Künstler in einer Zeitschrift entdeckt hatte. Er veränderte das Sujet hinsichtlich Anordnung und Zahl der Blüten und schuf im Siebdruckverfahren zahlreiche Varianten, die sich in Farbe und Format voneinander unterscheiden. In dieser Fassung wurden die Blüten und der grüne Bildgrund allerdings von Hand gemalt. Wie kaum ein anderes seiner Motive führt das Blumenmotiv Warhols zentrales Prinzip der Serialität prägnant und poetisch vor Augen. So verbindet sich über die Blume das natürliche Expansionspotenzial der Pflanze mit ihrer technischen Reproduzierbarkeit als dekoratives Massensujet. Obwohl bei Warhol das Fragile und das Ephemere der Blume ins Monumentale übertragen werden, umgibt auch seine Flowers eine Aura von Verletzlichkeit und Nostalgie. Die ersten Blumenbilder entstanden im unmittelbaren Anschluss an seine Disaster-Serie, in der sich der Künstler mit Bildern des Todes beschäftigte. So lassen sich auch Warhols Flowers in jenem mythischen Zusammenhang von Blume und Tod lesen, der schon in Ovids Metamorphosen beschrieben wurde.

Self-Portrait, 1967
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Zurzeit in der Fondation Beyeler ausgestellt

Andy Warhol
Self-Portrait, 1967

Selbstporträt
Siebdruckfarbe und Acryl auf Leinwand, 200 x 177cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Die Gattung des Selbstporträts zieht sich wie ein roter Faden durch Warhols gesamtes Œuvre. Seit 1963 entstanden im Siebdruckverfahren Selbstbildnisse auf der Grundlage „anonymer“ Fotografien, die zum Teil im Automaten oder mit Hilfe des Selbstauslösers gefertigt wurden. Das Selbstporträt der Fondation gehört zu einer Serie aus dem Jahre 1967, ist aber das einzige Exemplar in diesem Format. Warhol stellt sich darin in nachdenklicher Pose mit vor dem Mund gehaltener Hand dar, während sein Gesicht durch die dramatische Lichtführung zur Hälfte im Schatten bleibt. Überhaupt konstituiert sich die ganze Figur nur aus Schattenzonen, während die hellen Lichtbereiche mit dem Blau des Hintergrundes zusammenfallen. So wird in dieser Selbstentäusserung das Klischee des oberflächlichen Künstlers grundsätzlich in Frage gestellt; an seine Stelle setzt sich das Bild des ebenso tiefgründigen wie zwiespältigen Melancholikers.

Joseph Beuys, 1980
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Zurzeit nicht ausgestellt

Andy Warhol
Joseph Beuys, 1980

Siebdruckfarbe und Diamantstaub auf Acryl
auf Leinwand, 101,5 x 101,5 cm
Foto: Robert Bayer, Basel

Das Beuys-Porträt lässt den deutschen Künstler als fotografisches Negativ erscheinen und ordnet sich so in Warhols sogenannte Reversals-Serie ein. Darin assoziiert Warhol das Prinzip der Drucktechnik mit den Gestaltungsmitteln der Fotografie, die er schliesslich wieder in das traditionelle Medium der Malerei übersetzt. Durch die stellenweise mit Diamantenstaub überzogene Oberfläche, verleiht Warhol dem Bild eine besondere haptische Qualität und betont zugleich die rein materielle Dimension des Kunstwerks als schieres Luxusobjekt. Andererseits zeichnet sich gerade der kostbar funkelnde Glitzerstaub durch seine Immaterialität und Flüchtigkeit aus und spielt darin als materialisiertes Vanitas-Motiv nicht zuletzt auch auf die Vergänglichkeit von Besitz und Leben an. Diese Ambivalenz der glitzernden Bildtextur findet wiederum ihre Entsprechung im visuellen Negativ des Prominentenporträts – als Anspielung auf die Abgründigkeiten des glamourösen Starkults.

Andy Warhol

1928, Pittsburgh/Pennsylvania – 1987, New York

Amerikanischer Maler, Grafiker und Filmemacher. Kunststudium in New York. Warhol gilt als einer der Begründer der Pop Art, sowohl was ihre Themen und Motive als auch ihre Techniken betrifft. Seit 1960 entstehen erste Bilder nach Comic-Vorlagen, seit 1961 die ersten Serienbilder, die in der Folge in der Technik des Siebdrucks hergestellt werden, den Warhol als künstlerisches Mittel legitimiert und damit das Originalitätspostulat unterläuft. Ebenfalls im Siebdruck entstehen in den siebziger Jahren Porträts berühmter Persönlichkeiten. 1964 gründet Warhol die Silver Factory, eine Werkstatt für Film, Fotografie und Musik, in der er mit zahlreichen Assistenten zusammenarbeitet und -lebt. Mit der Filmarbeit beginnt Warhol 1963, er intensiviert sie seit 1965 in der Zusammenarbeit mit Paul Morrissey. Sein vielfaches Talent äussert sich zudem in multimedialen Veranstaltungen, wie Nightclub-Shows im Zusammenspiel mit der Rockband Velvet Underground und in der Gründung der Zeitschrift Interview1969. Von 1978 bis 1987 entstehen neben den fotografischen, auf Gegenstände bezogenen Werkgruppen mit den Serien der Oxidation Paintings den Shadow Paintings vollkommen abstrakte Gemälde.

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