Einleitung

La Berthonnerie an der Grenze zwischen Indre und Vienne, 1856, National Gallery of Art, Washington, Schenkung W. Averell Harriman Foundation in Gedenken an M. N. Harriman
Blumen auf einer Bank, 1862, Öl auf Leinwand 70,8 × 108,4 cm, Collection des musées d’Art et d’Histoire de la Ville de Genève
Wildwechsel bei der Rehjagd in der Franche-Comté, 1866, Öl auf Leinwand, 97 × 130 cm, Ordrupgaard, Kopenhagen
Windstoss im Wald von Fontainebleau, Um 1865, Öl auf Leinwand 146,7 × 230,8 cm The Museum of Fine Arts, Houston, Ankauf mit Mitteln von Caroline Wiess Law
Wasserhose, 1866, Öl auf Leinwand auf Gipskarton, 43,2 × 65,7 cm, Philadelphia Museum of Art, John G. Johnson Collection, 1917
GUSTAVE COURBET 7. September 2014 – 18. Januar 2015

Gustave Courbet, am 10. Juni 1819 in Ornans im französischen Jura geboren und am 31. Dezember 1877 in La Tour-de-Peilz am Genfer See gestorben, zählt zu den wichtigsten Wegbereitern der klassischen Moderne. Sein selbstbewusstes Auftreten, die Betonung seiner Individualität als Künstler, sein Hang zur Provokation und zum Tabubruch wie auch seine revolutionäre Maltechnik setzten Massstäbe, die Generationen von Künstlern geprägt haben. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler ist die erste Courbet gewidmete in der Schweiz seit über fünfzehn Jahren.

Gezeigt werden wegweisende Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers, darunter viele Gemälde, die nur selten oder viele Jahrzehnte gar nicht mehr öffentlich zu sehen waren. Am Beginn stehen die frühen, komplexen Selbstporträts, mit denen Courbet sich im Pariser Kunstzirkus wirksam in Szene setzte und die zu Ikonen des 19. Jahrhunderts geworden sind. Darauf folgen die Bilder seiner Heimat, Gemälde von verschwiegenen Bachläufen und Quellen, von Felsformationen und Grotten, die die Landschaftsmalerei revolutionierten. Courbets Darstellungen von Wellen und seine Ansichten des Meeres machen die Schönheit und Dynamik der Natur immer wieder von Neuem erfahrbar. Seine Winterbilder weisen ihn als einen virtuosen Maler der Farbe Weiss aus. Das Material des Künstlers, die Farbe, wird zum Gegenstand der Kunst; das Sujet verliert an Bedeutung, das Wie wird so wichtig wie das Was – eine der Grundvoraussetzungen für die Entwicklung der Abstraktion. Im Zentrum der Ausstellung stehen Courbets geheimnisvolle Frauenakte am Wasser sowie das berühmte Bild L’Origine du monde: Dieser gemalte Tabubruch hat bis in die Kunst der Gegenwart tiefe Spuren hinterlassen.

Die Ausstellung wurde von Ulf Küster, Kurator der Fondation Beyeler, realisiert und ist Teil der Saison Courbet, einer Kooperation mit den Musées d’art et d’histoire in Genf, die im Musée Rath gleichzeitig eine Schau mit dem Fokus auf Courbets Schweizer Jahren zeigen.

Audioguide GUSTAVE COURBET
L'Origine du monde, 1866

Den Audioguide zur Ausstellung können Sie im Museum für CHF 8.- ausleihen. Hier zwei Hörproben.

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