Felix Gonzalez-Torres

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Installationsansicht «America», Mittlere Brücke Basel
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Felix Gonzalez-Torres «Specific Objects without Specific Form» 22. Mai – 29. August 2010

Die Fondation Beyeler präsentiert einen Teilbereich einer grossen Wanderretrospektive des auf Kuba geborenen amerikanischen Künstlers Felix Gonzalez-Torres (1957–1996), der zu den einflussreichsten Künstlern seiner Generation zählt. Die Ausstellung umfasst sowohl bislang nur selten einem breiten Publikum gezeigte als auch bekanntere Gemälde, Skulpturen, fotografische Arbeiten und Projekte im öffentlichen Raum aus Museen und Privatsammlungen in den Vereinigten Staaten und Europa. Die experimentelle Form dieser bahnbrechenden Ausstellung verweist auf Gonzalez-Torres‘ radikale Kunstkonzeption. In der Fondation Beyeler werden zwei verschiedene Einrichtungen der Ausstellung zu sehen sein: Vom 31. Juli an wird die erste Version von der Künstlerin Carol Bove uminterpretiert und teilweise neu installiert werden.

Die Ausstellung blickt auf die kurze, aber fruchtbare Laufbahn von Felix Gonzalez-Torres zurück, der sich in den späten 1970er Jahren in New York niederliess, wo er Fotografie studierte und dann bis zu seinem frühen Tod als Künstler tätig war. Im Alter von nur 38 Jahren starb er 1996 an den Folgen von AIDS. In relativ kurzer Zeit schuf er ein ungemein einflussreiches Werk, das in einem kritischen Verhältnis zur Konzeptkunst und zum Minimalismus betrachtet werden kann. In einem breiten Spektrum an Medien, darunter Zeichnungen, Fotografie, Skulpturen und öffentliche Plakatwände, vermengte er politische Kritik mit emotionaler Wirkung und tiefen formalen Interessen. Als Ausgangspunkt dienten ihm oft Objekte des täglichen Lebens – Uhren, Spiegel, Perlenvorhänge, Puzzles oder Glühbirnen.

In der Fondation Beyeler ist die Ausstellung von Gonzalez-Torres‘ unkonventionellem Denken über das Kunstobjekt und seine Präsentation inspiriert und nicht streng auf den Ausstellungsraum beschränkt: Sie beginnt in der Eingangshalle des Museums, nimmt das Foyer ein, ist in die permanente Sammlung eingestreut und setzt sich sowohl im Souterrain als auch öffentlichen Raum fort. Der Besucher begegnet somit Gonzalez-Torres‘ Kunst zwischen, über, unter und vor den Werken der ständigen Sammlung der Fondation Beyeler. Seine Werke werden hier ganz so präsentiert, wie der Künstler selbst sie oft gezeigt hat: Sie bieten sich dem Besucher an marginalen Orten dar, wo er sie kaum erwartet. Gerade in diesem Nebeneinander wird die Radikalität des Schaffens dieses Künstlers besonders eindringlich erfahrbar: Im Kontext herausragender Meisterwerke der »klassischen« Moderne, wie sie in dieser Sammlung zu finden sind, reagiert die intendierte Vergänglichkeit und Veränderlichkeit seiner Papierstapel und Bonbonhaufen, die fragile Kohärenz seiner Puzzles und die sinnliche Körperhaftigkeit und Alltagsmaterialität seiner Perlenvorhänge oder Lichterketten auf jeweils eigene Weise auf die traditionelle Malerei und Bildhauerei und hebt sich davon ab.

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