Der Film C.H.Z. (2011) hat «territorialen» Charakter und zeigt die Ansichten eines schwarzen Gartens, den Philippe Parreno zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Bas Smets in Portugal schuf. Eine Landschaft produziert einen Film, und ein Film produziert eine Landschaft. Die Landschaft ist etwas Immerwährendes; und dem widerspricht das Bild. Bewegung und Position der Kamera formen die Landschaft und geben ihr plastische Gestalt. In dem Film gibt es keine Schnitte, nur das Dehnen und Komprimieren des Raums. Die Tonspur besteht ausschliesslich aus Untergrundgeräuschen, die mit Kontaktmikrofonen und in die Erde eingelassenen Seismometern aufgenommen wurden. C.H.Z. steht für «Continuously Habitable Zones», einen Begriff aus der Astrobiologie, der für Planeten verwendet wird, die die Bedingungen für die Entstehung von Leben bieten. Neuere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich Leben wahrscheinlich eher auf einem Planeten mit zwei oder mehreren kleinen Sonnen (sogenannten Zwergsonnen) entwickeln kann als auf einem Planeten mit einer einzigen sehr hellen Sonne. In solchen Zonen würde die gesättigte Fotosynthese eine rein schwarze Vegetation produzieren.
Der Film Marilyn (2012), der in der Fondation Beyeler uraufgeführt wird, ist das Portrait eines Geists, Marilyn Monroe. Der Film lässt Marilyn Monroe in einer Suite des Waldorf Astoria Hotels in New York, die in den 1950er Jahren bewohnte, in einer phantasmagorischen Séance wieder lebendig werden. Phantasmagorie war eine frühe Form des Kinos, eine Art Zirkusnummer, in der Zauberkünstler mithilfe von gespenstischem Licht und künstlichen Nebelschwaden eine geistige Erscheinung heraufbeschworen und so die Toten zurückzubringen versuchten. Der Film reproduziert Marilyn Monroes Präsenz mithilfe dreier Algorithmen: Die Kamera wird zu ihren Augen, ein Computer rekonstruiert die Sprechmelodie ihrer Stimme, und ein Roboter reproduziert ihre Handschrift. Die Tote wird in einem Bild verkörpert, das in Wirklichkeit ein Automat ist, etwas Menschenähnliches, etwas nahezu Menschliches.

