Biographie

Ferdinand Hodler in der Loggia seiner Wohnung am Quai du Mont-Blanc, 1918, Fotografie von Gertrud Müller,Sammlung Fotostiftung Schweiz, Winterthur, © Fotostiftung Schweiz
Biographie

Ferdinand Hodler, 1853–1918


1853   
Geburt Ferdinand Hodlers am 14. März in Bern als ältestes von sechs Kindern. Der Vater Johann Hodler ist Tischler, die Mutter Margareta arbeitet unter anderem als Köchin.

1860    Der Vater stirbt an Tuberkulose.

1861    Die Mutter heiratet den Dekorationsmaler Gottlieb Schüpbach. Die Familie lebt in ärmsten Verhältnissen.

1867    Am 27. März erliegt auch die Mutter der Tuberkulose. Bis 1885 wird die Tuberkulose auch alle Geschwister Hodlers dahingerafft haben. Hodler beginnt eine Lehre beim Veduten- und Dekorationsmaler Ferdinand Sommer in Thun.

1872    Hodler lässt sich in Genf nieder, wo er im Musée Rath Gemälde von Alexandre Calame und François Diday kopiert. Dort wird der Maler Barthélemy Menn auf ihn aufmerksam und nimmt ihn als Freischüler in seine Malklasse auf.

1877    Erste Reise nach Paris. Beendigung der Ausbildung bei Menn.

1878    Spanienreise. Aufenthalt in Madrid.

1881    Teilnahme am Pariser Salon mit dem Selbstbildnis Der Zornige. Mitarbeit an Edouard Castres’ Bourbaki-Panorama.

1884    Begegnung mit Augustine Dupin, die Hodler Modell steht und seine Geliebte wird.

1887    Hodler lernt Bertha Stucki kennen, die 1889 seine Frau wird. Hodlers und Augustine Dupins Sohn Hector wird am 1. Oktober geboren. Eine Einzelausstellung in Bern ist ein Misserfolg.

1890    Das erste grossformatige Bild entsteht: Die Nacht. Das Gemälde begründet Hodlers Ruhm als einer der wichtigsten symbolistischen Maler.

1891    Der Genfer Stadtpräsident verhindert die Ausstellung des Gemäldes Die Nacht im Musée Rath, worauf Hodler es mit grossem Erfolg auf eigene Rechnung im Genfer Wahlgebäude zeigt. Scheidung von seiner Frau Bertha.

1894    Für die Weltausstellung in Antwerpen malt Hodler die Dioramen Aufstieg und Absturz, die heute nur noch in Fragmenten existieren.

1896/97    Gewinn des Wettbewerbs für die Ausmalung des Waffensaals im Schweizerischen Landesmuseum in Zürich. Hodlers Entwürfe lösen eine heftige Kontroverse aus. In seinem in Fribourg gehaltenen Vortrag »La mission de l’artiste« formuliert Hodler seine künstlerischen Ziele.

1898    Heirat mit Berthe Jacques, die ihm seit 1894 Modell steht.

1900    Hodler wird Mitglied der Berliner Secession und korrespondierendes Mitglied der Wiener Secession. 1903 folgt die Mitgliedschaft in der Münchener Secession.

1901    Das Kunstmuseum Bern erwirbt vier symbolistische Hauptwerke: Die Nacht, Der Tag, Enttäuschte Seelen und Eurhythmie.

1904    Hodler ist Ehrengast der Wiener Secession und stellt dort 31 Bilder aus. Der grosse Erfolg macht ihn international bekannt.

1907    Auftrag der Universität Jena für das Wandbild Auszug deutscher Studenten in den Freiheitskrieg von 1813. Auftrag der Schweizerischen Nationalbank für die Gestaltung von Geldscheinen.

1908    Valentine Godé-Darel wird Hodlers Modell und seine Geliebte.

1909    Die Ausstellung des Bildes Die Liebe im Künstlerhaus Zürich löst einen Skandal aus.

1911    Auftrag für das Monumentalgemälde Einmütigkeit im Neuen Rathaus von Hannover, das 1913 fertiggestellt wird.

1913    Hodler wird Offizier der Ehrenlegion. Paulette, die Tochter von Hodler und der bereits an Krebs erkrankten Valentine Godé-Darel, wird am 13. Oktober geboren.

1914    Hodler ist Mitunterzeichner des »Genfer Protests«, der sich gegen die Beschiessung der Kathedrale von Reims durch deutsche Truppen wendet. Er wird dadurch in Deutschland zur Persona non grata.

1915    Am 25. Januar Tod von Valentine Godé-Darel, deren Krankheit und Sterben Hodler zeichnend und malend begleitet hat. Der mit Lungenproblemen kämpfende Hodler geht zur Kur nach Néris-les-Bains bei Vichy.

1917    Das Monumentalgemälde Blick in die Unendlichkeit wird im Kunsthaus Zürich angebracht. Die erste, 1916 vollendete und grösste Fassung des Gemäldes befindet sich heute im Kunstmuseum Basel. Die Ausstellung von 606 Werken Hodlers im Kunsthaus Zürich ist ein enormer Erfolg. Weil Hodler seine Wohnung aufgrund einer Lungenkrankheit immer seltener verlassen kann, beginnt er die Serie von Darstellungen der Morgenstimmung über dem Genfer See vom Balkon aus zu malen.

1918    Hodler wird Ehrenbürger von Genf. Am 18. Mai entstehen die letzten Aufnahmen des Künstlers mit seiner Familie. Fotografin ist die Kunstsammlerin und enge Freundin Hodlers, Gertrud Dübi-Müller. Er stirbt am 19. Mai in seiner Wohnung.

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